Archiv -September 2020

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Stifte mehr Sinn!
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Objektiv bleiben: Verlassen Sie Ihre Wunschwelt
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Alle Mitarbeiter sind vor der Führungskraft ungleich

Stifte mehr Sinn!

Sinn wird für viele Berufstätige schnell zu einem philosophischen Ansatz und hat nichts mit dem praktischen Alltag zu tun. Stimmt das? Aus meiner Sicht nicht. Philosophie ist etwas sehr Konkretes. Was ich gestern gedacht habe, wurde zu einer Handlung und zeigt sich heute in Form von Ergebnissen. Philosophie ist somit sehr greifbar.

Die Suche nach dem Sinn

Wie sieht das jetzt mit der Sinnfrage aus? Schauen wir auf das, was die meisten Menschen wollen. Erfolg – wie auch immer dieser definiert wird. Erfolg steht in engen Zusammenhang mit Respekt und Anerkennung. Außerdem geht es um ein erfülltes Leben. Erfüllung hat sehr viel mit dem Erleben von Sinn zu tun. Und natürlich gehört Gesundheit dazu – körperliche, aber auch geistige. Für sie braucht es kluge innere Filter. Genau um diese drei Aspekte dreht es sich in der beruflichen Weiterbildung –um klare Wege zu Erfolg, Erfüllung und mentaler Gesundheit.

In Zeiten wie diesen nimmt die Suche nach dem Sinn Fahrt auf. Das ist auch gut so. Viele beobachten, was gerade passiert. Natürlich fällt uns das bei anderen leichter. Bei den Politikern. Den Chefs. Im Freundeskreis. Wohl wissend, dass es viel klüger wäre, auf sich selbst zu schauen. Das „Warum“ im Leben, im Alltag, im Job, bei Zielen oder im Meeting – Sinn ist alles andere als unbrauchbare Philosophie. Doch bitte seien Sie vorsichtig: Schnell sind wir dabei, Sinn von anderen einzufordern. Ohne uns selbst darüber im Klaren zu sein, was Sinn für uns bedeutet. Und jetzt wird es interessant. Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass wir Sinn erfahren? Der Partner? Die Kinder? Der Chef? Das Unternehmen? Die Gesellschaft?

Eine Frage der Verantwortung

Im Kontext „Arbeit“ gibt es aus meiner Sicht zwei Verantwortungsbereiche zum Thema Sinn. Einmal sind Unternehmen verantwortlich, dass so etwas wie Sinn entstehen kann. Bildlich gesprochen geben sie die grüne Wiese vor und die Werkzeuge, um auf ihr etwas Sinnvolles anbauen zu können. Der Mitarbeiter trägt die andere Hälfte der Verantwortung: nämlich dafür, dass er in sich nach etwas Sinnhaftem sucht und es einbringt. Unternehmen schaffen Sinn, indem sie einen klaren Zweck für sich definieren – mit einem Wesenskern, der Mitarbeitern die Chance gibt, sich zu identifizieren. Mit einer Mission, die auch dem Kunden Identifikation ermöglicht. Und mit Leitlinien und Positionierungsideen, die die Werkzeuge zur Gestaltung der Wiese definieren. Das sind 50 Prozent.

Auf der anderen Seite steht ein selbstverantwortlicher Mensch. Dieser weiß, dass es verbindende und trennende Aspekte zwischen Mitarbeiter und Unternehmen gibt. Er nimmt beides bewusst wahr und konzentriert sich auf das Verbindende. In diesem Rahmen entdeckt er seine Talente und entwickelt sie zu Stärken. Darin liegen seine 50 Prozent der Verantwortung. Das ist ein wunderbares Bild für die Zukunft: Unternehmen definieren sich neu und erschaffen Möglichkeiten für Sinn.

Ein sinnvolles Leben

Für sinnvolle Produkte, sinnvollen Umgang mit Ressourcen und sinnvolle Ideen. Gleichzeitig erfinden Menschen sich neu. Bauen ihre Talente aus und dienen damit anderen. So wird es rund. Treffen diese beiden Kräfte zusammen, entsteht die Chance für deutlich mehr Sinn. Nicht nur im großen Ganzen, sondern auch im Kleinen. Im Hier und Jetzt. Fangen wir doch gleich an: Woran erkennen Sie, dass Sie diesen Tag sinnvoll genutzt haben?

Ihr Boris Grundl

Objektiv bleiben: Verlassen Sie Ihre Wunschwelt

Wie viel Interesse haben Sie an der Wahrheit? Wollen Sie hinter das schauen, was man Ihnen anbietet? Vermutlich werden Sie sagen, dass Sie von Ihren Mitmenschen größtmögliche Transparenz erwarten – von Ihren Vorgesetzten, Unternehmen oder einem Politiker. Aber wie sieht es mit Ihrer eigenen Wahrheit aus – mit dem, was Sie vielleicht nicht sehen wollen? Es ist leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Ein klarer Blick auf die eigene Persönlichkeit fällt hingegen wesentlich schwerer.

Aber sind wir damit wirklich objektiv? Sicher, wir können Zahlen heranziehen, um Potenziale, Wachstumsmöglichkeiten und Fortschritte objektiv zu messen. Besonders im beruflichen Kontext, im Vertrieb oder Marketing, neigen wir dazu, uns auf solche Messmethoden zu verlassen. Doch in der Tiefe diversifizieren wir immer mehr und enden schließlich in einer Sackgasase.

Blicken Sie objektiv oder subjektiv auf die Welt?

Um unsere Wahrnehmung bewerten zu können, hilft der Korridor zwischen den beiden Extremen von Objektivität und radikaler Subjektivität. Letztendlich ist es nämlich so: Wer glaubt objektiv zu sein, ist sich seiner radikalen Subjektivität nicht bewusst. Warum? Ein Grund könnte sein, dass Sie sich Ihren von Ihren Erfahrungen und Prägungen beeinflussten Standpunkt nicht eingestehen wollen.

Unternehmen neigen dazu, Parameter zu messen, um möglichst unvoreingenommen zu erscheinen. Letztlich müssen aber auch diese Parameter, diese Zahlen, interpretiert werden. Ein Prozess, der uns dank Wirtschaftslage, Wettbewerb oder Krisensituation auf direktem Wege zurück in die Subjektivität führt und den Schluss zulässt: 100-prozentige Objektivität kann es nicht geben.

Auf der anderen Seite finden wir den Pol der radikalen Subjektivität, der mit der völligen Abwesenheit von Objektivität gleichzusetzen ist. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns und müssen den gesunden Korridor finden.

Drei Maßnahmen können dabei helfen:

Kompetenz entwickeln: Werden Sie sich Ihrer radikalen Subjektivität bewusst

Um an uns zu arbeiten und klarer auf die Welt zu blicken, müssen wir uns unseren eigenen Blickwinkel bewusst machen: Viele verstecken sich in diesem Zusammenhang hinter einer gewissen Nüchternheit. Sie glauben, sie seien objektiv, doch das Gegenteil ist der Fall. Hier kommt unser Weg von der unbewussten Inkompetenz zu bewusster Kompetenz ins Spiel: Erst, wenn wir uns unserer Inkompetenz bewusst sind, können wir erkennen, mit welcher emotionalen Färbung wir auf die Welt blicken und an uns arbeiten – bis hin zur bewussten Kompetenz.

Mentale Haltungen erkennen: Weniger sehen, was Sie gerne hätten

Eine weitere Möglichkeit unvoreingenommener zu werden, bieten Erkenntnisse der Hirnforschung: Wir sehen die Dinge tendenziell, wie wir sie gerne hätten. Zum Beispiel möchten Sie vielleicht jemanden einstellen und wünschen sich dann, dass der Bewerber Ihren Vorstellungen entspricht. Einen klaren Blick zu behalten ist dabei keine leichte Aufgabe. Deshalb passieren schnell gravierende Fehler im Einstellungsverfahren.

Sie kennen es vielleicht auch auf der Ebene persönlicher Beziehungen. Durch den Wunsch einen Partner zu finden, treffen wir kaum nachvollziehbare Entscheidungen in der Partnerwahl. Wir suchen bestimmte Eigenschaften in einem Partner und sehen sie schließlich, obwohl sie gar nicht da sind – eine Art Wunschdenken, das unseren Blick verschleiert. Erst Jahre später fragen wir uns, wie es dazu kommen konnte. Tatsächlich ist es unsere mentale Haltung, die uns in diesen Situationen beeinflusst und unser Handeln bestimmt.

  • Angst oder auch Sorge

Das kann die Angst sein, nicht zu genügen, nicht zu funktionieren oder zu scheiten. Nehmen wir etwas mit Angst wahr, projizieren wir diese Emotion in den Sachverhalt hinein. Das ist alles andere als objektiv und kann lähmend wirken.

  • Hoffnung

Blicken wir mit Hoffnung im Herzen auf einen Sachverhalt, kann dies auch euphorisierend wirken. So entstehen risikoreiche Impulshandlungen, beispielsweise das Anlegen einer hohen Geldsumme.

Einen klaren Blick behalten: Orientieren Sie sich an Ergebnissen

Welche Wirkung erzielen Sie in Ihrem Leben, mit Ihren Handlungen, in Ihrer Firma oder Ihrer Produktlinie? Die Antwort auf diese Frage stellt Ihre Ergebnisse dar.

Mangelnde Objektivität wird an schwachen Ergebnissen sichtbar, aber auch daran, wie sehr jemand sich über das Leben oder andere Menschen beschwert. Je objektiver Sie auf die Welt blicken, desto weniger Grund haben Sie für Beschwerden.

Die Objektivität, die wir im Außen sehen können – die Realität, wie sie ist – hängt stark davon ab, ob und wie wir uns selbst anerkennen. Wenn Sie eine hohe Sinnesschärfe im Blick auf andere haben, ohne zu wissen, wie sauber Ihr Blick nach innen ist, könnten Sie andere geistig zerlegen, um sich überlegen zu fühlen. Deshalb gilt: Stärken Sie auch Ihren Blick nach innen. So blicken Sie klarer auf die Welt und verbessern Ihre eigenen Ergebnisse.

Werden Sie die besten Menschen, die Sie sein können.

Das wünschen wir uns.
Ihr Team vom Grundl Leadership Institut

Alle Mitarbeiter sind vor der Führungskraft ungleich

Menschen gleich zu behandeln, zeugt von mangelnder Bereitschaft, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ob emotionale Schwäche, mangelnde geistige Flexibilität oder Faulheit: Stets spiegelt sich darin ein fehlendes Interesse an anderen Menschen! Wirklich gerecht zu sein, bedeutet dank präziser Beobachtung Unterschiede zu machen, die jedem Einzelnen gerecht werden. Unterschiedliche Menschen haben ein Recht auf unterschiedliche Behandlung.

Durch Gleichmacherei missachten Chefs ihre Mitarbeiter. Führungskräfte müssen sich gegen jeden Konformitätsdruck das Recht nehmen, einzigartige Menschen auch individuell zu behandeln. Nur das ist wirklich gerecht.

Ein differenzierendes Menschenbild hilft

Es berücksichtigt Unterschiede der Persönlichkeit, der Talente und der individuellen Entwicklungsstufen des Bewusstseins. Diese Unterschiede beseitigen wollen heißt, generell keine Entwicklung des Menschen zu wollen. Wer ungleiche Menschen gleich behandelt, presst sie in eine Moralschablone und betreibt Ungerechtigkeit in Reinkultur! Sie können einen Elefanten nicht halten wie ein Zebra, einen Igel nicht wie eine Antilope.

Praktiker wissen: Gerade die ungleiche, weil ganz individuelle Behandlung von Menschen, fördert ihre Entwicklung. Verständlicherweise tut diese Ungleichbehandlung kurzfristig manchem weh. Man vergleicht sich, sieht, was die anderen scheinbar mehr oder Besseres bekommen, welche Privilegien und Freiheiten sie genießen. Im Neid, einem der größten Geistesgifte der Gegenwart, ist man nicht mehr bei sich. Das Ergebnis: Statt härter an sich zu arbeiten, beschwert man sich, dass sich die Balken biegen.

Kluge Manager führen individuell

Deshalb führt eine kluge Führungskraft ihre Mitarbeiter individuell nach Talenten und Möglichkeiten, damit diese schnell Erfolge erzielen und Vertrauen in den differenzierten Führungsstil gewinnen! Erfolgreich zu sein, heißt nicht, zu tun, was wir gerne tun, sondern uns dem zu widmen, was wir gut können. Wie bekannt, entwickeln sich Menschen mehr durch Schmerz als durch Freude. Die logische Konsequenz: Führen bedeutet nicht, andere nach deren Vorlieben zu behandeln oder so, wie es der Führungskraft angenehm wäre. Am Entwicklungserfolg muss sich jeder Führungsstil messen lassen.

Führen ist wie ein Puzzlespiel, bei dem die Führungskraft zeit- und passgenau das Puzzlestück liefert, das der Mitarbeiter für seine Entwicklung braucht. Dafür muss sie ihn exakt beobachten und in seiner Einzigartigkeit wahrnehmen. Das verlangt Interesse, Energie und Zeit, die sich viele Führungskräfte gerne sparen würden: aus vorgeschobenem Zeitmangel, aus Harmoniesucht oder aus mangelndem Interesse an ihrer Mannschaft.

Vier Entwicklungsknöpfe

Wissen, Erfahrung, Kompetenz und Selbstbewusstsein sind die vier Entwicklungsknöpfe, die helfen, einen differenzierten Führungsstil umzusetzen. Es gilt herauszufinden, wo konkret bei welchem Entwicklungsknopf Entwicklungsbedarf besteht. An diesem Knopf muss die Förderung ansetzen – individuell. Das muss ständig trainiert und verbessert werden.

Die wenigsten Führungskräfte kennen diese vier Entwicklungsknöpfe. Sie führen entweder autoritär oder folgen den Archetypen Retter, Mutter Theresa oder Held. Dadurch scheren sie alle Mitarbeiter über einen Kamm, überfordern die Langsamen und bremsen die Schnellen aus. Die wichtigste Führungsaufgabe bleibt auf der Strecke: Menschen fördern – mit System.

Ich behaupte: Je mehr jemand von Ungerechtigkeiten spricht, desto weniger differenzierte Führungsfähigkeiten besitzt er.

Das führt zu weniger Vertrauen in sich und in andere. Sie können das einfach testen: Empfinden Sie Ihre Mitarbeiter eher als Ursache oder Lösung Ihrer Probleme? Hierbei kommt es auf eine ehrliche Antwort sich selbst gegenüber an. Und nicht darauf, was gut bei anderen ankommt! Je mehr Sie Menschen als Lösung Ihrer Probleme wahrnehmen, desto differenzierter sind Ihre Menschenentwicklungsfähigkeiten. Je mehr Sie Ihr Umfeld als Problemursache sehen, desto schwächer sind sie ausgeprägt. Schlimmstenfalls gilt die Devise: Überall wo Deppen sind, gibt es einen Deppenproduzenten.
Ihr Boris Grundl

Bildquelle: ©pixabay – MonikaP

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