Grundls Gründe

Ein tieferer Einblick zu aktuellen Themen

Boris Grundl durchleuchtet aktuelle Themen aus verschiedenen Perspektiven.

1
Vorsicht, Rudelbildung! Wenn Gruppendynamik Veränderungen torpediert
2
Die Selbstoptimierungsfalle
3
Bezahl mir mehr!
4
Vertrauen ist gut, Kontrolle auch
5
Mentaler Extremismus lauert überall
6
Die Kraft der Unterscheidungen
7
Jeder Mensch ist auf seine Art eitel – mehr oder weniger
8
Anerkennung von außen
9
Der Wahn der Machbarkeit

Vorsicht, Rudelbildung! Wenn Gruppendynamik Veränderungen torpediert

„Ich bin Change-Profi. Mein Vorname ist „Change“, mein Nachname „Management“. Jeden Morgen stehe ich mit einem anderen Fuß zuerst auf.“ Leere Sätze, auswendig gelernt, so nichtssagend wie labberiges Toastbrot voll leerer Kalorien. Gehört von Bewerbern, die sagen, was gefragt scheint, wenn es um Veränderungskompetenz geht. Jeder weiß, wie wichtig Fähigkeit und Willen zum Wandel sind. Doch primär sehnen wir uns nach Beständigkeit, Sicherheit und Orientierung. Deshalb klingt unser Bekenntnis zum Neuen oft so aufgesetzt.

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Die Selbstoptimierungsfalle

Halbzeit. Fast sechs Monate ist das Jahr jetzt alt. Manche nutzen ja speziell den Jahreswechsel, um tiefer nachzudenken. Warum nicht öfter? Vermutlich, weil der Alltag eine Tretmühle ist. So auf die Art: Einmal im Jahr hebe ich den Kopf. Sonst wird geackert. Abgearbeitet. Nach Selbstbestimmung klingt das nicht. Ein Vorschlag: Lassen Sie uns kurz den Kopf hochnehmen – jetzt. Doch Vorsicht! Folgende Fragen verführen zum Nachdenken. Und auf jeden Fall zu mehr Substanz. Versprochen!

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Bezahl mir mehr!

Fordernd steht Müller vor seinem Chef: „Es wäre mal wieder Zeit, mein Gehalt aufzustocken!“ Der Chef schaut prüfend: „Wie sieht es denn mit Ihren Ergebnissen aus? Wenn ich es richtig sehe, sind die nicht besser als im Vorjahr.“ Interessant, was hier passiert: Müller verlangt mehr Geld für gleiche Leistung – und dabei geht es ihm nicht nur um eine Summe, sondern auch um Gerechtigkeit. „Da ich besser bin als Meier, muss ich auch mehr verdienen als er.“ So denkt er und tappt dabei in die Falle der Überlegenheitsillusion.

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Vertrauen ist gut, Kontrolle auch

„Wer vertraut, braucht nicht zu kontrollieren“, höre ich praxisfremde Führungstheoretiker immer wieder predigen. Für mich ist dieser Aufruf Realitätsverzerrung pur. Informationen fließen durch und aus Vertrauen. Vor allem jene internen Informationen, ohne die eine Führungskraft blind wäre. Vertrauen ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Es ist weder Softskill noch nice to have. Vertrauen ist Geld. Das bringt die Sache auf den Punkt! Das wird klar, wenn wir uns überlegen, was passiert, wenn Menschen zum Beispiel den Banken ihr Vertrauen entziehen.

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Mentaler Extremismus lauert überall

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.“ Stimmt dieses Sprichwort? Wenn ja, haben Sie schon einmal gelogen? Oder mehrmals? Zahlreiche wissenschaftliche Studien attestieren dem Menschen häufiges Lügen. Kann man Ihnen also noch glauben oder sind Sie ein Lügner?

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Die Kraft der Unterscheidungen

Wie viele Schneesorten kennen Sie? Mir fallen nur Firn, Pulver- und Pappschnee ein. Deren Beschaffenheit? Da habe ich nur vage Vorstellungen. Eine schwache Fähigkeit zu differenzieren. Eine mangelhafte Kompetenz. Wie viele Schnee-Unterscheidungen kennt dagegen ein Skipräparator bei der Vierschanzentournee? Oder ein Bergführer am Matterhorn? Oder um wie viel besser liest ein Profigolfer die beeinflussenden Wetterverhältnisse beim Abschlag als ein Hobbygolfer?

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Jeder Mensch ist auf seine Art eitel – mehr oder weniger

Entscheidend ist, um diese Eitelkeiten zu wissen. Damit sie einem nicht unbewusst Sand ins Getriebe streuen.

„Ich sehe meinen Führungsstil in der Art, dass ich jeden Tag versuche, mein Bestes zu geben. Ich glaube, dass ich fähig bin, das bis zum Ende der Saison auch abzuliefern. Aber nicht darüber hinaus.“  Erinnern Sie sich? Das waren im letzten Jahr nicht die Worte eines Politikers, Vorstandes oder aus der Chefetage eines Unternehmens. Es war die Erklärung von Philipp Lahm zu seinem Rücktritt als Profifußballer. Für viele stellte er mit seiner Entscheidung, am Ende der Saison als Spieler aufzuhören, die Gesetzmäßigkeiten des Fußballs auf den Kopf. Rücktritt? Er spielt doch super!? Fans hinterließ er sprachlos, Kollegen und Trainer erstaunt. Warum waren alle so überrascht?

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Anerkennung von außen

Was passiert, wenn Sie andere nach ihren Statussymbolen fragen? „So was habe ich nicht nötig! Da stehe ich drüber!“ Denn Statussymbole haben immer nur die weniger Souveränen und weniger Schlauen. Die, die es wohl nötig haben. Natürlich! Interessant daran ist, dass dieses „Darüberstehen“ bereits ein Statussymbol ist – ein sehr modernes, weil es immateriell ist. Denn die „Zeichen der Macht“ sind heute genauso materiell wie ideell. Beim materiellen Status kann nur mitspielen, wer Geld hat oder sich verschuldet. Bei ideellen Symbolen braucht es kein Geld. Da geht es um Moralvorstellungen. Da kann jeder mitmachen.

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Der Wahn der Machbarkeit

In den 90ern war es modern, über glühende Kohlen zu laufen. Ein Sieg des Willens über die Physik? Tatsächlich: In einem extremen Mentalzustand kann das Verbrennen verschoben werden. Verschoben, nicht aufgehoben! Was blieb, war der Mut, seine Angst zu überwinden. Eine interessante Möglichkeit mangelndes Selbstvertrauen zu stärken. Nicht mehr, nicht weniger. Die Botschaft daraus: Du kannst alles erreichen, wenn du dich traust. Wo ein Wille ist, wartet ein Weg. Ist dem so?

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