Grundls Gründe

Ein tieferer Einblick zu aktuellen Themen

Boris Grundl durchleuchtet aktuelle Themen aus verschiedenen Perspektiven.

1
Vorsicht Stimmungsmacher!
2
Der freie Wille als Geschenk
3
Kennst du es oder kannst du es?
4
Achte auf geistige Verzerrung
5
Weniger Schein, mehr Sein!
6
Vertrauen ist Geld
7
Kompetenz hat Vorfahrt!
8
Vorbilder gesucht
9
Die Führungskraft ist ein Lehrer – Sie führt mit Nähe und Distanz
10
Eine Kraft, die das Leben lehrt

Vorsicht Stimmungsmacher!

„Übrigens, Chef, wir haben gerade eine schlechte Stimmung.“ Vertraulich schmeichelt sich der Einflüsterer nah an seinen Vorgesetzten heran. Was er spricht, hören wir. Aber, was will er sagen? Seine Worte sind kein neutraler Report. Sie transportieren zwei Botschaften. Erstens: „Auf mich, lieber Vorgesetzter, kannst du dich verlassen.“ Das zweite ist eine klare, wenn auch versteckte Anweisung: „Du allein, lieber Chef, bist für das Betriebsklima verantwortlich. Jetzt unternimm endlich was!“

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Der freie Wille als Geschenk

Gutmenschen – Menschen, die es gut meinen, aber nicht gut machen – erkennt man an ihrer aufgestauten Wut. Sie sind innerlich wie Kinder, die ständig mit dem Fuß stampfen, weil es nicht nach ihrer Nase geht. Dahinter steckt ein aufgeblähtes Ego. Ihr Verhalten entlarvt ihre maßlosen Ansprüche an das Leben. Gutmenschen sehen zuerst die Ungerechtigkeiten in der Welt. Sie regen sich über alles und jeden auf. Sie träumen und erzählen von Idealen. Ideale, die sie von anderen erwarten, aber selbst nicht leben.

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Kennst du es oder kannst du es?

„Herr Grundl, was Sie erzählen, kenne ich im Grunde alles schon.“ Ich zuckte zusammen, als mir der junge, smarte Mann diese Worte vor den Bug schoss. In der Signierstunde, direkt nach einem Vortrag. In mir brodelte es: „Da verbringst du Jahre damit, dein Thema zu durchdringen, damit andere davon profitieren, schreibst Bücher, hältst Vorträge, transformierst Führungsteams mit deinem Institut, gibst Interviews in TV und Radio – und jetzt behauptet ein Neunmalkluger, das wäre alles kalter Kaffee.“ Ich war angefressen. Aber warum?

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Achte auf geistige Verzerrung

Sind wir ein Volk von Egoisten? Denken wir nur an uns selbst? Klar ist, sozial erwünscht ist die „Selbstlosigkeit“. Sich für andere aufopfern. Daraus folgt: Egal, wie begründet wir eine Entscheidung zu unseren Gunsten treffen – immer gibt es jemanden, der uns für egoistisch hält – eine Verzerrung, die durch sozialer Wahrnehmungszwänge entsteht.

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Weniger Schein, mehr Sein!

„Arbeiten Sie lieber allein oder im Team?“

Was antworten Sie, wenn Sie sich um eine Stelle bewerben, bei der die Ausschreibung ausdrücklich „Teamfähigkeit“ verlangt? Und was sagen Sie, wenn Sie den Job wollen und doch lieber ohne Störung in einem Einzelzimmer rumwurschteln? Was etwa antworten Sie, wenn Sie beim Wein nach Ihren Musikfavoriten gefragt werden? „Klassik, besonders Beethoven“ hören Sie sich sagen, während Sie „Helene Fischer“ denken. Dieser Druck, sozialer Ablehnung durch „erwünschtes Verhalten“ zu entgehen, wird „soziale Erwünschtheit“ genannt.

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Vertrauen ist Geld

„Vertrauen ist ja ganz nett. Doch bevor wir uns darum kümmern, muss zuerst der Laden laufen!“ Diese Aussage kennen Sie vermutlich. Sie transportiert, was viele denken: Vertrauen ist ein „Soft Skill“, ein Nice-to-have, um das man sich bestenfalls bemüht, nachdem die „Hard Skills“ im Unternehmen zu 100 Prozent laufen. Hard Skills, wie Fachkompetenz oder Sprachkenntnisse, sind greifbar und messbar. Soft Skills, wie Selbstwertgefühl oder Menschenkenntnis, sind schwieriger zu erlernen und schwerer zu messen.

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Kompetenz hat Vorfahrt!

„Der hat mir nichts zu sagen“: ein verräterischer Satz in von Hierarchie und Status getriebenen Unternehmen. Warum? Weil es nicht um die beste Lösung geht, sondern darum, vom wem (Hierarchie) es kommt. Und nicht, welche Idee (Kompetenz) Vorfahrt erhält. An dieser Kulturfrage scheitern leider noch viele Unternehmen. Hier geht es ganz klar um Macht. Die Legitimation einer Idee ergibt sich nicht aus ihrer Stärke, sondern aus Ego-Faktoren, die dem großen Ganzen schaden. Das beweist, wie sehr sich Menschen nach Hierarchie sehnen. Sie gibt Sicherheit und Orientierung. Echte Kompetenzvorfahrt braucht jedoch Vorgesetzte, die durch ihre Machtbefugnis Kompetenz mutig auf die Vorfahrtsstraße setzen.

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Vorbilder gesucht

Ein Wolfsrudel ist einfach organisiert: Es gibt einen Leitwolf, der das Sagen hat und dem sich alle unterordnen. Er ist das stärkste Tier mit den besten Instinkten. Er regelt alles, gibt das Ziel, den Kurs und die Geschwindigkeit vor. Wenn ihm etwas nicht schnell genug geht, macht er es lieber selbst. Wenn er rennt, rennen alle. Und wenn er angreift, hat er das Rudel hinter sich. Damit hält er sein Umfeld klein, um selbst groß zu scheinen. Der Leitwolf ist der Macher unter den Wölfen.

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Die Führungskraft ist ein Lehrer – Sie führt mit Nähe und Distanz

Wer kennt sie nicht? Die Pauker in Jeans und Parker, die nie erwachsen geworden sind und die unsere Kinder zu den gleichen Weicheiern erziehen, die sie selbst sind? Wir erinnern uns an sie auch aus unserer eigenen Schulzeit. Pferde konnte man mit ihnen stehlen. Nur gelernt hat man nichts. Und dann waren da die anderen. Anders gekleidet. Stoffhose mit Hemd oder strenges Kostüm. Das waren die Unbequemen und Strengen, die uns das Leben schwer gemacht haben. Die uns Grenzen setzten und Hindernisse in den Weg legten, die wir überwinden mussten. Irgendwie haben wir sie gehasst und geliebt zugleich. Bei ihnen funktionierten unsere Drückeberger-Strategien nicht. Sie ließen sich nicht zulabern und bequatschen, wenn die Hausaufgaben nicht gemacht waren.

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Eine Kraft, die das Leben lehrt

Kennen Sie den Unterschied zwischen intellektuellem und emotionalem Verstehen? Der Intellekt denkt, er kann es. Die Emotion beweist ihr Können durch Ergebnisse. Zu theoretisch? Dann ein paar Beispiele. Viele wünschen sich eine ehrliche Feedbackkultur. Authentisches, zeitnahes Feedback annehmen und daran wachsen. Das wollen viele und wissen, wie wichtig das ist. Der Intellekt sagt Feedback, doch die Emotion wünscht sich Bestätigung. Kommt Kritik, nehmen sie das Gehörte persönlich, reagieren gekränkt und beschweren sich über mangelnde Wertschätzung.

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