Zweifelnde Sicherheit

Herzlich Willkommen zu einem neuen Blogbeitrag vom Grundl Leadership Institut rund um das Thema Unterscheidungen. Ich habe heute eine Unterscheidung mitgebracht, die mich schon ein Leben lang begleitet: Zweifel auf der einen Seite und Sicherheit auf der anderen. Wenn Sie bei Wikipedia nachschlagen, wie der Begriff Zweifel definiert wird, dann erhalten Sie Worte wie „zwiespältig, zwiegespalten, Unentschiedenheit“. Aber auch das Wort „Bedenken“.

TSCHAKKA!

Seit ich denken kann begleiten mich Zweifel. Immer wenn Entscheidungen anstehen, kommen sie auf.
Treffe ich jetzt die richtige Entscheidung? Bin ich mir da sicher? Diese Zweifel werden manchmal irrational groß und haben in der Vergangenheit tatsächlich schon dazu geführt, dass ich gar keine Entscheidungen traf. Was bekanntlich ja auch eine Entscheidung ist.

So wie ich es sehe, wird das Thema Zweifel draußen im Markt – gerade, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht – eher ignoriert oder auch extrem heruntergespielt. Wenn ich da einigen selbsternannten Experten zuhöre, kommen Sätze wie „Tschakka! Du schaffst alles, was du willst“. Das sind erst mal interessante Aussagen und ich denke oft drüber nach. Ich frage mich dann immer: Diese angeblich erfolgreichen Menschen, die das Leben ihrer Träume leben und das dann allen anderen auf Facebook oder Instagram zeigen… Sind die eines Morgens aufgewacht, aufgestanden und haben ohne die geringsten Zweifel einfach mal ein Business oder eine Karriere gestartet? Hatten die nicht auch Bedenken und haben insgeheim, in ihrem Innersten, überlegt: „Ist das jetzt richtig, was ich mache?“

Sieger zweifeln nicht

Ich glaube, auch diese Menschen haben Zweifel. Ich habe ein Buch gelesen. Interessanter Titel. Der ein oder andere kennt es vielleicht: „Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!“

Eine spannende Aussage. Ich persönlich finde Zweifel gut. Zweifel sind gut für die Bodenhaftung. Es gibt sogar die These, die sagt: ohne Zweifel keine Erkenntnis. Das bedeutet, wenn wir nicht an unseren Zweifeln verzweifeln, können wir tatsächlich gut mit ihnen arbeiten. Zum Beispiel oder insbesondere dann, wenn es um Entscheidungen geht. Denn wer zweifelt, denkt nach. Wer zweifelt, nimmt nicht alles als selbstverständlich hin. Kennen Sie selbst dieses Gefühl von nagenden Zweifeln? Kennen Sie diese, manchmal vielleicht auch schlaflosen Nächte, vor einer Entscheidung? Ich persönlich finde sie gut, weil sie mir helfen, eine bessere Entscheidung zu treffen.

Als ich mich 2006 direkt nach dem Studium selbständig machte, hatte ich auch Zweifel. Natürlich hatte ich die, dachte aber: Was soll mir schon passieren? Ich stecke jetzt 40.000 Euro Fremdkapital in mein Unternehmen, baue es auf, und selbst, wenn es schiefgeht… Ich bin jung, ich kann das irgendwie wieder zurückzahlen. Tief in mir drin gab es eine innere Sicherheit, die sich den Zweifeln entgegenstellte. Damals sagte ich zu meinem besten Kumpel: „Ich habe mich mit 40.000 Euro von der Bank selbstständig gemacht. Stell Dir vor, ich kaufe ein Auto und fahre es ohne Versicherung gegen die Wand. Dann habe ich halt 40.000 Euro Schulden und muss die irgendwie zurückzahlen“. Das war damals meine, vielleicht auch ein bisschen naive Erklärung, mit der ich mir mein Handeln schönredete. Tatsächlich bin ich nach zwei Jahren gescheitert.

Also waren meine Zweifel berechtigt. Ich hatte mich nicht intensiv genug mit ihnen beschäftigt. Egal. Das Ergebnis war: Gescheitert – 40.000 Euro Schulden.

Zweifelnde Sicherheit

Heute sind die Schulden zurückgezahlt. Ich habe eine Familie, ein eigenes Haus, ich bin Geschäftsführer für den Vertrieb hier im Institut. Also habe ich es doch irgendwie geschafft. Also war auf der anderen Seite von den Zweifeln diese innere Sicherheit. Etwas in mir wusste, wenn es schiefgeht, dann habe ich die Verantwortung für die Konsequenzen zu tragen – und muss im Worst Case das Beste daraus machen.

Auch heute noch. Wenn wir uns zum Beispiel Anfang des Jahres im Team auf ein Umsatzziel verpflichten, dann sind die Zweifel erst einmal groß. Weil es eine große Zahl ist, die da steht. Manchmal kommt die innere Sicherheit kurze Zeit später, manchmal erst auf dem Weg. Dann, wenn die ersten Ergebnisse sichtbar werden und in die richtige Richtung gehen. Für mich persönlich sind diese Erfahrungen Gold wert. Sie zeigen, dass ich mir selbst und meinen Fähigkeiten vertrauen kann. Dass ich auf diese innere Sicherheit bauen kann. Trotz der Zweifel, die in meinen Augen immer da sind.

Heute verstehe ich diesen inneren Zwiespalt, diese scheinbare Gegensätzlichkeit, diese Gegenpole von Zweifel und innerer Sicherheit immer besser. Wie ich sie transformieren, ja, auflösen kann.

Wir im Institut sprechen von der zweifelnden Sicherheit. Was für ein kraftvoller Ausdruck. Was machen diese Worte mit Ihnen – was empfinden Sie bei dieser Unterscheidung?

Und Sie?

Wann hatten Sie das letzte Mal große Zweifel und Bedenken? Wann waren Sie sich sicher, dass Sie das hinkriegen, dass Sie das packen?

Ich bin sicher, Sie, die das gerade lesen, kennen diesen Zustand. Diese zweifelnde Sicherheit. Sie wissen genau, Sie können sich auf ihre Fähigkeiten und die Umstände, die Sie selbst kreieren, verlassen. Wenn Sie eine zweifelnde Sicherheit haben, dann wissen Sie ganz genau, dass Sie es hinkriegen, dass Sie das Ziel erreichen, dass Sie das Ergebnis hinbekommen. Sie wissen zwar nicht wie und es ist auch nicht die Frage ob, sondern vielmehr, wann.

Ich wünsche Ihnen für Ihre nächste große oder auch kleine Entscheidung diese zweifelnde Sicherheit. Mögen Sie der beste Mensch werden, der Sie sein können! Wenn Sie unsere Unterscheidungen noch tiefer interessieren, empfehle ich Ihnen die Neuauflage des Buches:

Verstehen heißt nicht einverstanden sein!

Da wimmelt es von Unterscheidungen! Wenn Ihnen diese Beiträge gefallen, werden Sie dieses Buch lieben. Ich freue mich auf Ihr Feedback und über Kommentare zu Ihren eigenen Erfahrungen mit der Unterscheidung „Zweifel vs. Sicherheit“.

Mögen Sie für die Zukunft mit diesen Unterscheidungen eine bessere Orientierung im Leben haben und möge Ihr Leben für Sie der beste Lehrer werden. Alles Gute.

Ihr Jochen Hummel

Bild von Pexels auf Pixabay

Über den Autor

Jochen Hummel
Jochen Hummel

Jochen Hummel hat im Dezember 2017 die Geschäftsführung für den Vertrieb beim Grundl Leadership Institut übernommen.

Nach Abitur und Zivildienst in einer Lebenshilfe durchlief er berufliche Höhen und Tiefen: von Strukturvertrieb in unterschiedlichen Branchen über ein duales Betriebswirtschaftsstudium in der metallverarbeitenden Industrie über eine gescheiterte Selbstständigkeit bis zur langjährigen Assistenz der Geschäftsleitung in einem mittelständischen Betrieb in seinem Heimatort. Durch die vielfältigen Stationen hat Jochen Hummel breite Erfahrungen sammeln und Führungsalltag unterschiedlich miterleben können.

Das Thema Verantwortung zog sich vor allem in den letzten Jahren in seiner Tätigkeit als Assistent der Geschäftsführung wie ein roter Faden durch seine Laufbahn. Als Ausbilder für sämtliche kaufmännische Berufe übernahm er dort auch die ehrenamtliche Tätigkeit als Prüfer bei der zuständigen IHK in diesem Bereich. Zusätzlich wurde er zertifizierter Datenschutz- und Sicherheitsbeauftragter. Er baute selbstverantwortlich eine Online-Marketing-Abteilung auf und transferierte sämtliches Know-how von externen Agenturpartnern ins Unternehmen. Aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeiten zählt das Projektmanagement zu einer seiner größten Stärken.

Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich Jochen Hummel intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung. Sein starkes Interesse an Marketing sowie die langjährige Erfahrung im Vertrieb und der Drang nach einer Veränderung führten zur aktiven Suche nach einer neuen Herausforderung, um weiter wachsen zu können. 2010 erlebte er Boris Grundl zum ersten Mal live. Dann ließen ihn seine Vorträge und Bücher nicht mehr los. Heute lebt Jochen Hummel seinen Traum, die Grundl-Welt mit nach außen zu tragen. Er ist sich sicher: Jeder, der es wirklich ernst meint, kann sich mit dem Grundl Leadership Institut entwickeln. Man muss nur den Mut dazu haben.

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