Wahrnehmen mit unterschiedlichen Kanälen

Warum uns andere manchmal nicht verstehen

Jeder Mensch wird im Laufe eines Tages mit unzähligen Informationen aus der Umwelt konfrontiert. Diese Informationen werden – abhängig von der individuellen Persönlichkeit – mit unterschiedlich stark ausgeprägten Sinneskanälen wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet. Dort werden sie entschlüsselt und miteinander verknüpft.

Bei jedem Menschen kristallisieren sich im Laufe des Lebens „Lieblings-Wahrnehmungskanäle“ heraus, über die er bevorzugt wahrnimmt und lernt. Einige Menschen lernen am besten durch Zuhören, andere, wenn sie ein Thema visuell präsentiert bekommen (Diagramme, Grafiken oder Bilder), andere wiederum, wenn sie sich selbst aktiv mit einem Thema auseinandersetzen können, z.B. durch Anfassen oder Ausprobieren.

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In fast allen Fällen überwiegt einer der Sinne stark. Ein weiterer ist auch noch von entscheidender Bedeutung und der dritte ist eher unterentwickelt. Je nach dominantem Kanal werden folgende Wahrnehmungs- und Lerntypen unterschieden (beachten Sie hier bitte, dass bei den meisten Menschen Mischformen vorliegen):

Visueller Typ
Visueller Wahrnehmungs- und Lerntyp

  • nimmt Informationen bevorzugt über die Augen auf
  • visuelle Signale wie Bewegung, Form und Farbe werden gut im Gedächtnis behalten
  • bevorzugt graphische Darstellungen

Auditiver Typ
Auditiver Wahrnehmungs- und Lerntyp

  • nimmt Informationen bevorzugt mit den Ohren auf
  • kann Gesprächen gut folgen
  • nutzt gerne Hörbücher und kann gut auswendig lernen

Kinestäthischer Typ
Kinästhetischer Wahrnehmungs- und Lerntyp

  • nimmt Informationen bevorzugt über das Gefühl auf
  • lernt besonders leicht, wenn er selbst etwas machen kann (z.B. Ausprobieren)
  • mag Rätsel, Metaphern und Geschichten

Neben den individuellen Lernstrategien spiegeln sich die Wahrnehmungs-Typen auch im Verhalten sowie der Sprache und Körpersprache eines Menschen wider.

Was passiert, wenn zwei Wahrnehmungs-Typen aufeinandertreffen?

In Gesprächen tendieren Menschen aus ihrer Natürlichkeit heraus dazu, anderen ein Thema in ihrem eigenen dominanten Wahrnehmungskanal zu präsentieren. Dies muss aber nicht immer die beste Strategie für die Aufnahme von Informationen des anderen sein. Unverständnis und Missverständnisse können die Folge sein. Deshalb ist es in der Kommunikation von großem Vorteil zu wissen, mit welchem Sinneskanal unser Gegenüber Informationen besonders leicht ins Gedächtnis aufnimmt, um uns entsprechend daran anzupassen.

Wie erkenne ich den Wahrnehmungs-Typ meines Gegenübers?

Visuelle sprechen oft laut, schnell und mit viel Gestik. Die Inhalte handeln dabei häufig von Visionen oder Bildern (z.B. „ich habe da schon ein genaues Bild im Kopf“). Die Schnelligkeit ihrer Sprache spiegelt sich auch in der Körpersprache wider. Visuelle gehen meist mit großen, energischen Schritten und drehen dabei auch Kopf und Körper sehr zügig. Auch die Augenbewegungen erfolgen mit hoher Geschwindigkeit.

Auditive sprechen hingegen in einem leisen, monotonen Sing-Sing-Ton. Im Gespräch drehen sie ihren Gesprächspartnern öfter ein Ohr zu, und suchen weniger den direkten Augenkontakt. In der Sprache von auditiven Menschen kommen oft Inhalte vor, die mit dem Hören zu tun haben (z.B. „ich bin ganz Ohr“). Die Körpersprache und Mimik von auditiven Menschen ist meist reduziert, der Gang ist ruhig und eher bedächtig.

Kinästheten sprechen meist langsam und sanft und überlegen oft eine Weile, bevor sie etwas sagen. In der Sprache finden sich viele Redewendungen und Wörter, die mit dem Gefühl zu tun haben (z.B. „Ich habe ein gutes Gefühl dabei“). Manche suchen im Gespräch auch die Berührung – mit sich und mit dem Gesprächspartner (z.B. an der Schulter oder dem Unterarm). Die Gangart eines kinästhetischen Menschen ist langsam und bedacht, auch seine Körpersprache ist beschaulich.

Nur, wenn Sie erfassen, wie Sie und andere Menschen Situationen wahrnehmen, interpretieren und darauf reagieren, können Sie mit Ihren Worten die gewünschte Wirkung erzielen. Daher sollten Sie die Fähigkeit erwerben, wirkungsvoll zu kommunizieren, indem Sie typgerecht agieren. Lernen Sie sich selbst und dabei auch Ihren eigenen Wahrnehmungs-Typ kennen, und erfahren Sie, wie Sie Ihr Gegenüber zuerst verstehen und dann verbal erreichen. Eine Möglichkeit dazu bietet das Seminar „Leading Simple© – Die Kraft der Sprache“.

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Über den Autor

Grundl Leadership Institut
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Die Redaktion der Grundl Leadership Institut schreibt über verschiedene Facetten von Führung wie Führungsverantwortung und systematische Menschenentwicklung. Das Redaktionsteam transferiert in den Beiträgen relevante Managementlehren in die Praxis und greift damit wirkungsvoll den Leading Simple©-Gedanken des Grundl Leadership Institut auf: Menschen fördern – mit System.

Der intensive Austausch mit Boris Grundl und den Trainern des Grundl Leadership Institut liefert kontinuierlich neue Impulse, einzelne Aspekte von Führung zu beleuchten und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen.

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