Verantwortungsindex – So wird gemessen

Letzte Woche haben wir Ihnen hier die Hintergründe zur Entstehung des Verantwortungsindex erklärt und gleichzeitig über das allgemeine Verständnis von Verantwortung gesprochen. Im heutigen Blogbeitrag möchten wir Ihnen einen Einblick in die Erhebungsmethode der Studie geben.

Die repräsentativen Ergebnisse des Verantwortungsindex errechnen sich maschinell aus den Daten, die die Teilnehmer im Online-Fragebogen eingegeben haben. Dabei beantworten die rund 1.000 Befragten einige Fragen zu Alter, Geschlecht, Herkunft und Lebenssituation. Anschließend sortieren sie zweimal jeweils 18 Begriffe und Aussage nach eigenem Empfinden. Diese Erhebungs- und Berechnungsmethode beruht auf den wissenschaftlichen Forschungen von Professor Robert S. Hartman, der das Hartman Value Profile (HVP) geschaffen und 1973 für den Nobelpreis nominiert war. Das HVP ist weltweit millionenfach durchgeführt worden und daher umfänglich wissenschaftlich validiert. Boris Grundl und Dr. Ulrich Vogel haben das Profil für den Verantwortungsindex noch einmal weiterentwickelt – sodass auch die individuelle Sicht auf das Thema Verantwortung differenziert darstellbar wird.

Wertesystem und Lebensphase – Können und Wollen

Das komplexe Rangreihenmodell bildet die Welt- und Selbstsicht einer Person sehr genau ab. Dabei berücksichtigt es auch die gegenwärtige Lebensphase. Es gibt sowohl Aufschluss über das grundsätzliche Wertesystem eines Menschen als auch über dessen aktuell herrschende Einstellungen. Das Wertesystem gilt in der Wissenschaft als die beständigste Handlungsorientierung. Diese kann wertemetrisch erfasst werden – also durch Bewertung und nicht durch Selbstauskunft! Das schließt Manipulation und psychologische Effekte wie soziale Erwünschtheit oder Selbstdarstellung aus.

Wo viele herkömmliche Verfahren einzelne Talente oder Antriebsfelder messen, kombiniert profilingvalues inhaltlich die beiden Faktoren „Können“ und „Wollen“. So ist es möglich, Neigungen, Kompetenzen, Interessen und Potenziale einer Person so klar wie möglich abzubilden.

Alle zentralen Persönlichkeitseigenschaften beinhalten diese beiden Aspekte: „Können“ – die Fähigkeit zu etwas – und „Wollen“ – die derzeit herrschende Aufmerksamkeit darauf. Jeder kann über Talente und Potenziale verfügen, die ignoriert, gehemmt oder unterdrückt, aber auch fokussiert und herausgefordert werden können. Die Messung will nicht nur darstellen, wie jemand grundsätzlich gestrickt ist. Genauso entscheidend ist, in welcher Situation er gegenwärtig steckt, beziehungsweise wie das aktuelle Umfeld auf den Einzelnen wirkt. In dieser Kombination liegt die besondere Tiefenschärfe des Verfahrens, die es erlaubt, sehr klare Aussagen zu treffen.

Menschliche, faktische und prinzipielle Dimension

Wertorientierung lässt sich in menschliche, gegenständliche und prinzipielle Werte einteilen. (Mehr dazu lesen Sie im Blogbeitrag von Dr. Ulrich Vogel). Daher wird auch das Thema Verantwortung in drei verschiedenen Dimensionen gemessen: Die menschliche Verantwortungsdimension umfasst alles, was der Mensch zum Thema Verantwortung fühlt und empfindet (Grundfrage: Wer ist in der Verantwortung?). Die faktische Verantwortungsdimension umfasst dabei alles, was der Mensch zum Thema Verantwortung wahrnimmt, beobachtet und durchführt (Grundfrage: Was ist Gegenstand der Verantwortung?). Die prinzipielle Verantwortungsdimension umfasst alles, was der Mensch zum Thema Verantwortung einschätzt und beurteilt (Grundfrage: Wofür ist die Verantwortung?).

Die Haut dient als Membran

Gleichzeitig zielen die Ergebnisse auf zwei unterschiedliche Werteräume: die Verantwortung in der Gesellschaft (außen/ Das Äußere) und die Selbstverantwortung (innen/ Das Selbst). Der äußere Werteraum bezeichnet die wahrgenommene Welt zum Thema Verantwortung. Der innere Werteraum bezieht sich auf die inneren Vorgänge einer Person zum Thema Verantwortung. Die eigene Haut kann man sich hier als Trennlinie vorstellen. Auch unsere beiden Diagnosetools – Fokus Verantwortung zur Messung der allgemeinen Verantwortung und der Leadership Excellence Report zur Messung der eigenen Führungsqualität basieren auf dieser Erhebungsmethode.

In Kürze informieren wir Sie über die Ergebnisse der zweiten Befragung rund um das Thema Verantwortung. Sollten Sie vorab schon Lust haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen, machen Sie doch den kostenlosen Selbsttest unter www.verantwortungsindex.de. Innerhalb weniger Minuten bekommen Sie Ihr Ergebnis und können sich mit dem deutschen Durchschnitt vergleichen.

Lassen Sie uns gemeinsam die Verantwortungsqualität in Deutschland auf ein höheres Level bringen. Es lohnt sich!

Ihr Team vom Grundl Leadership Institut

Bildquelle: © Goumbik Pixabay

Über den Autor

Grundl Leadership Institut
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Die Redaktion der Grundl Leadership Institut schreibt über verschiedene Facetten von Führung wie Führungsverantwortung und systematische Menschenentwicklung. Das Redaktionsteam transferiert in den Beiträgen relevante Managementlehren in die Praxis und greift damit wirkungsvoll den Leading Simple©-Gedanken des Grundl Leadership Institut auf: Menschen fördern – mit System.

Der intensive Austausch mit Boris Grundl und den Trainern des Grundl Leadership Institut liefert kontinuierlich neue Impulse, einzelne Aspekte von Führung zu beleuchten und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen.

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