Veränderungen – Entwickeln Sie Zielzustände und schaffen Sie Identifikation

Veränderungsvorhaben sind Übergänge: weg von einem aktuellen hin zu einem wünschenswerten Zustand in (unbestimmter) Zukunft. Bereits hier beginnt die Schwierigkeit. Denn eins wird häufig falsch verstanden: Bei der Ausgestaltung einer Veränderung geht es nicht darum, die Vergangenheit aufzuarbeiten oder Fehler und Schuldige zu suchen. Das ist Verschwendung wertvoller Energie. Vielmehr steht die bewusste Gestaltung eines attraktiven Zustands in der Zukunft im Fokus. Genau darin liegt die Herausforderung: Der Zielzustand liegt in der Zukunft. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob er erreicht wird und wie er genau aussieht. Die Angst, sich festzulegen, sorgt schließlich für unklare Kommunikation.

Kreieren Sie ein Bild der Zukunft

Wahrscheinlich haben Sie eine ähnliche Erfahrung bereits gemacht: Sie wollten gemeinsam mit Ihrem Team den Mount Everest besteigen. Doch schnell stellten Sie fest, dass es nicht ausreicht, genau festzulegen, bis wann Sie das Gipfelkreuz in knapp 9.000 Meter Höhe erreicht haben wollen. Auch das Festlegen einiger Zwischenziele reichte nicht aus, um ein engagiertes Expeditionsteam zu erleben.

Ferner wissen Sie als erfahrene Führungskraft: Selbst wenn das Ziel in klaren Kennzahlen formuliert ist und auf präzisen Daten und Fakten basiert, wird es von jedem individuell interpretiert und verstanden. Zudem: Reine Zahlen bewegen und inspirieren Menschen nicht. Die Voraussetzung, einen angestrebten Zustand in der Zukunft auszugestalten und zu erreichen, ist daher immer ein klares Bild. Menschen, die sich verändern und neue Strukturen im Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette schaffen sollen, brauchen Orientierung. Nutzen Sie dafür die Kraft Ihrer Mitarbeiter, sich ein Bild der Zukunft zu kreieren. Eine inspirierende und klar beschriebene Vorstellung bildet die Zugkraft für zielgerichtetes Erschaffen des Neuen.

Klare Vorgaben dienen als Kompass

Und doch geht es nicht ohne Zahlen, Daten und Fakten. Denn klar definierte, zukünftige Ergebnisse dienen als Kompass. Sie strukturieren das Denken. Geben die Richtung vor, in welche sich die Organisation und damit alle Mitarbeiter und Führungskräfte entwickeln sollen. Das sorgt für die nötige Klarheit.

Mitarbeiter werden sich für die Veränderung jedoch erst dann engagieren, wenn Ihr Vorhaben für sie Sinn und Nutzen aufzeigt. Zugleich muss ihnen der zukünftige Zustand als aktiv beeinflussbar erscheinen. Erst dann identifizieren sie sich mit dem Zukunftsbild. Die größte Herausforderung für Sie als Führungskraft ist es, diesen Zielzustand gemeinsam mit Ihrer Mannschaft klar zu beschreiben. Ein inspirierendes Bild zu generieren, welches Sie eindeutig, klar und präzise mit messbaren Zahlen, Daten und Fakten untermauern.

Das Ziel verfolgen

Das ist der Ausgangspunkt für den nächsten Schritt: den gemeinsamen Weg konsequent verfolgen. Täglich müssen Sie die Energien und sämtliches Tun und Handeln Ihrer Mitarbeiter auf den angestrebten, gemeinsam formulierten Zustand lenken. Denn selbst wenn über das Ziel Einigkeit besteht, lauern unterwegs noch unsichtbare Hindernisse. Das dafür nötige Durchhaltevermögen entsteht aus der täglichen, anschaulichen, mit Zahlen untersetzten, plausiblen und glaubwürdigen Kommunikation des Zukunftsbildes.

Identifikation schaffen – Führungskraft als Vorbild

Bedenken Sie dabei: Ihre Mitarbeiter orientieren sich an Ihnen als Führungskraft. Dabei ist nicht entscheidend, was Sie sagen, sondern, was Sie TUN! Regelmäßig aktivierte innere und äußere Bilder lenken Ihre Wahrnehmung. Zudem verhindern innere, klare Bilder, dass Sie sich in plötzlich auftretenden Problemen verirren. Was Sie vorleben, wird nachgeahmt. Nur, wenn Sie sich selbst täglich mit dem definierten Bild der Zukunft auseinandersetzen, können Sie die richtungsweisende Kraft nutzen. Nur so fordern und fördern Sie auch Ihre Mannschaft darin. Ihr tägliches Verhalten ist die wirkungsvollste Kommunikation und schafft die nötige Identifikation. So geben Sie Ihren Mitarbeitern das ersehnte Gefühl von Sicherheit, Stärke und Vertrauen – wofür Ihre Glaubwürdigkeit die Basis bildet.

Lesen Sie im nächsten Artikel, WIE Sie wirkungsvolle Zielzustände entwickeln.

Ihre Hedda Lauer

Bildquelle: © Leonid Tit Fotolia.com #139625414

 

Über den Autor

Hedda Lauer
Hedda Lauer

Als Unternehmensberaterin und Trainerin führte Hedda Lauer über mehrere Jahre branchenübergreifende Optimierungsprojekte mit dem Fokus auf Lean Management in nationalen und internationalen Unternehmen durch. In dieser Zeit begleitete sie zahlreiche Projektteams, Führungskräfte und Mitarbeiter durch Veränderungs- und Transformationsprozesse. Dabei bemerkte sie schnell, dass sie sich täglich in einer Sandwichposition befand, welche sie sehr viel Energie kostete. Auf der einen Seite erwartete die Geschäftsführung des Auftraggebers eine möglichst schnelle und effektive Optimierung der Produktionsprozesse und Strukturen, welche gleichzeitig von den Mitarbeitern mitentwickelt und unmittelbar angenommen werden sollten. Auf der anderen Seite jedoch reagierten die Mitarbeiter und Führungskräfte auf die angestrebten Veränderungen mit einer ganz normalen menschlichen Reaktion: Widerstand und Ablehnung gegen Neues und Unbekanntes.

Sehr schnell kristallisierte sich für Hedda Lauer heraus, welche zentrale Rolle die innere Haltung, als grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Veränderungsprozesse in Unternehmen, spielt. Ihr war klar, Prozessverbesserung und die Entwicklung einer emotionalen Veränderungsbereitschaft müssen Hand in Hand gehen um dauerhaft Wirkung zu erzielen. Nachdem Sie selbst Teilnehmerin der Seminarreihe „Kraft durch Sprache“ und später einer „Leading Simple©“-Umsetzung war, lernte sie sich zunächst selbst besser kennen und fand durch den bewussteren Einsatz der eigenen Sprache sehr schnell einen besseren Zugang zu den Veränderungsteams im Projekt. Da sie nun mit deutlich geringerem Energieaufwand bessere Ergebnisse erzielte, die von den Teams in den Organisationen mitentwickelt und offen angenommen wurden, entschied sie sich schließlich zu einer Ausbildung zur Systemischen Business Coach und zu ihrer heutigen Tätigkeit als Leading Simple Trainerin.

Hedda Lauer ist überzeugt, zur Veränderung brauchen wir Emotion, ebenso wie zum Segeln den Wind.

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