Newsroom-Studie: Der Newsroom beginnt im Kopf

In Themen denken: Ziel der Newsroom-Idee ist es, alte Denkweisen aufzubrechen und die Unternehmenskommunikation neu zu organisieren. Was sich Unternehmen von der Idee versprechen, hat eine Studie des Brand & Retail Management Institute @ ISM in Kooperation mit der Newsroom-Agentur Mediamoss untersucht. Insgesamt nahmen 172 Kommunikations- und Marketingverantwortliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Befragung teil.

In Themen denken

Integrierte Kommunikation über alle Kanäle und Medien hinweg sowie One Voice Policy sind folglich auch die wichtigsten Ziele, die die Befragten mit einem Newsroom verbinden. Vor allem starre Strukturen und Silo-Denken sind dabei die größten Hindernisse. „Der Newsroom erfordert ein radikales Umdenken: Weg von Kanälen hin zu Themen“, sagen 55 Prozent der Befragten. Die Aussage „Der Newsroom überwindet das Silo-Denken und schafft Synergien zwischen den Abteilungen“ trifft bei 51 Prozent auf volle Zustimmung.

Was aber verstehen Unternehmen genau unter einem Newsroom? Hier gehen die Definitionsansätze auseinander, wie die Ergebnisse zeigen:

  • Unter dem Begriff „Newsroom“ verstehen 66,9 Prozent der Befragten „eine räumlich zusammengefasste Steuereinheit für die Unternehmenskommunikation. Es existieren getrennte Verantwortlichkeiten für Themen und Kanäle.“
  • Deutlich geringer ist die Zahl der Befragten, die den Begriff als einen virtuellen Newsroom oder eine Website auffassen (12,8 Prozent).

Grundsätzlich lässt sich also ein klarer Trend hin zur Einführung eines Newsrooms als Organisationsform erkennen. Bereits 53,8 Prozent der Befragten arbeiten in einer Newsroom-Organisation oder planen eine entsprechende Einführung innerhalb des kommenden Jahres. Die wichtigsten Kommunikationsdisziplinen sind dabei Public Relations (81,5 Prozent), Interne Kommunikation (73,2 Prozent) und Marketing (59,3 Prozent).

Woher stammt dieser Trend?

Die Antwort findet sich in der Wirksamkeit des Newsrooms: Unternehmen evaluieren die Effektivität ihrer Newsroom-Aktivitäten in der Regel anhand von kanalspezifischen KPI (59,7 Prozent) und Medienresonanzanalysen (46,5 Prozent). Ein verbreiteter Effekt ist die positive Reaktion auf Dialogangebote (39,6 Prozent). Darüber hinaus sind eine offenere Unternehmenskultur (37,4 Prozent) sowie eine positive Stimmung unter den Mitarbeitern (34,1 Prozent) vielfach genannte Effekte eines Newsrooms.

Struktur ist wichtig – das wissen auch die in der Studie befragten Verantwortlichen aus Kommunikation und Marketing. Zur effizienten Gestaltung ihrer Unternehmens-kommunikation setzen Unternehmen im Newsroom daher diverse Tools ein: Die wichtigsten Instrumente sind insbesondere das Konferenzsystem (65 Prozent) und der Themenplan (61 Prozent). Viele der Verantwortlichen nannten zudem weitere Hilfsmittel wie Workshops, Redaktionssystem, Content-Konzept und Musterprozesse. Um die Ergebnisse darüber hinaus zu verbessern, hält ein großer Teil Meetings wöchentlich (84,1 Prozent) oder sogar täglich (42,4 Prozent) ab. 43 Prozent der Befragten besetzen außerdem die Position des Chefs vom Dienst.

Aus diesen Erkenntnissen können wir einige Rückschlüsse ziehen:

  1. Der Newsroom beginnt im Kopf. Die Befragten sehen darin eine Chance zum Umdenken und zur Erneuerung.
  2. Der Newsroom ist in den Unternehmen angekommen. Es geht nicht mehr um die Frage, ob ein Newsroom eingeführt wird, sondern wann.
  3. Unterschätzen Sie nicht die Wirkung eines soliden Change-Managements. Wer einen Newsroom aufbaut, sollte sich Zeit und Geduld nehmen.

Ihr Christoph Moss

 

 

Über den Autor

Christoph Moss
Christoph Moss

Prof. Dr. Christoph Moss unterrichtet Kommunikation und Marketing an der International School of Management in Dortmund und Köln. Er gilt als Experte für Newsroom-Organisation und hat schon zahlreiche Projekte dazu umgesetzt – etwa bei Siemens, Fraport oder Datev. Seine Kernbotschaft lautet: „Der Newsroom beginnt im Kopf“. Unternehmen müssen lernen, Themen zu steuern. Dies bedeutet Vertrauen, Transparenz, Planung und Veränderung.

Neben Stationen an weiteren Hochschulen arbeitete Christoph Moss bei der Deutschen Bank sowie bei Sendern und Zeitungen in Düsseldorf, Passau, Dresden, Dortmund, Brüssel und Paris. Er war Verantwortlicher Redakteur beim Handelsblatt und leitete die Georg-von-Holtzbrinckschule für Wirtschaftsjournalisten. Christoph Moss ist Buchautor sowie geschäftsführender Gesellschafter der Newsroom-Agentur Mediamoss in Dortmund und Stuttgart. Er betreut dort Mandate für Porsche, Bosch, Grundl Leadership Institut, Signal Iduna und Borussia Dortmund. Er ist Mitglied der Handelsblatt-Akademie und unterstützt die Juries von Best of Content Marketing, Econ Awards und Fox Awards.

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