Schädliche Zeitreisen: Wie Sie Ihre mentale Präsenz trainieren – Teil 1

Dieser Eintrag ist Teil 1 von 2 der Blogreihe Schädliche Zeitreisen

In Zeiten digitaler Dauerkommunikation und Arbeitsverdichtung lauern ständig und überall neue Reize, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mittlerweile ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass wir nur halb da sind: körperlich anwesend, aber gedanklich irgendwo anders.

  • Warum ist das ein Problem?
  • Und was gewinnen Sie, wenn Sie bewusst in die Pflege Ihrer mentalen Präsenz investieren?

Während wir mit Kollegen essen, checken wir kurz unsere E-Mails. Gedanklich gehen wir dann die Agenda für das nächste Meeting durch. Auf dem Weg zur Arbeit telefonieren wir … Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, offene Punkte oder unerledigte Aufgaben immer wieder ins Bewusstsein zu rufen. Damit wir sie bloß nicht vergessen. Ohne Rücksicht, ob diese gedanklichen Ausflüge gerade angebracht sind. Die gute Absicht unseres Gehirns führt dazu, dass wir mit unserer Aufmerksamkeit nicht ganz im Moment sind. Zumindest teilweise bewegen wir uns in der Zukunft oder Vergangenheit. Vor allem in Gesprächen werden diese inneren Zeitreisen zum Problem.

Warum Präsenz wichtig ist

Sind wir gedanklich nicht voll präsent, nehmen wir wichtige Signale unseres Gegenübers nicht wahr. Wir neigen zu vorschnellen Bewertungen und reagieren leichter gestresst. Unser Gehirn ist nicht darauf ausgelegt, sich mit verschiedenen Themen gleichzeitig zu befassen. Nimmt unser Gegenüber unsere mangelnde Präsenz wahr, kann er sie als Zeichen fehlender Wertschätzung auffassen.

Die Folge: Er ist weniger emotional aufnahmebereit und wir haben es schwerer, mit unserem Anliegen Gehör zu finden und unsere Ziele zu erreichen. Umgekehrt gilt auch: Wenn unser Gesprächspartner nicht präsent ist, wird er eher dazu neigen, zu bewerten und (falsch) zu interpretieren. Dies kann zu Missverständnissen führen und Kommunikation unnötig erschweren.

Präsenz bei sich selbst verbessern

Unser digitalisierter Alltag macht es uns leicht, gedanklich zerstreut zu sein. Wer erfolgreich kommunizieren will, kommt daher nicht darum herum, sich bewusst mit seiner mentalen Präsenz auseinanderzusetzen. Wenn es gelingt, die eigene Präsenz zu verbessern, wird Kommunikation erfolgreicher und müheloser. Welche Möglichkeiten haben Sie, um Ihre Präsenz zu trainieren?

  1. Achtsamkeit
    Nehmen Sie sich im Alltag regelmäßig Zeit, um eine Tätigkeit mit ganzer Konzentration zu tun: Achten Sie zum Beispiel beim Essen einmal ganz bewusst auf den Geschmack, Geruch und die Konsistenz der Speise. Wenn Sie zu Fuß gehen, konzentrieren Sie sich einige Schritte nur auf den Boden unter Ihren Füßen. Oder halten Sie kurz inne und nehmen mit allen Sinnen wahr, wo Sie sich gerade befinden: Was hören Sie? Gibt es Gerüche? Wer spricht gerade und wie (Modulation, Tempo etc.)? Dies sind nur einige Beispiele für kurze und leicht in den Alltag zu integrierende Übungen. So können Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit unkompliziert, aber effektiv trainieren.
  2. Innere Abfrage
    Fragen Sie sich während eines Gesprächs immer mal wieder, wie präsent Sie gerade sind und vergeben Sie einen Wert von 1 (kaum präsent) bis 10 (voll präsent). Diese kurze innere Abfrage hilft Ihnen, Ihre Präsenz besser einzuschätzen. Gleichzeitig wird sie sich verbessern, da Sie Ihr Bewusstsein gelenkt haben.
  3. Ablenkung notieren
    Wenn Sie feststellen, dass Sie ablenkende Gedanken nicht unter Kontrolle bekommen, schreiben Sie sie auf. Damit signalisieren Sie Ihrem Gehirn: Ich nehme mich dieser Themen an. Ich kann sie nicht vergessen. Sie haben sie notiert und werden auf sie zurückkommen. Auf diese Weise ist Ihr Kopf beruhigt und wieder frei für das, was im Hier und Jetzt wichtig ist.
  4. Ansprechen
    Manchmal ist der direkte Weg der beste: Sprechen Sie bewusst an, wenn Sie gedanklich abgeschweift sind und Ihrem Gegenüber nicht die nötige Präsenz entgegengebracht haben: „Entschuldigen Sie, ich bin gerade in einen anderen Gedanken abgerutscht.” Ihr Gesprächspartner soll verstehen, dass Ihre Abwesenheit nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun hat.

Grundsätzlich wirken Sie präsenter, wenn Sie Fragen stellen, das Gesagte Ihres Gesprächspartners paraphrasieren. Durch dieses aktive Zuhören erhöhen Sie ganz automatisch Ihre eigene Aufmerksamkeit und schaffen die Basis, Ihr Gegenüber wirklich zu verstehen. Das wiederum ist Voraussetzung für jede erfolgreiche Kommunikation.

Wie Sie die Präsenz Ihres Gesprächspartners beeinflussen können, lesen Sie in Kürze im zweiten Teil zum Thema hier im Blog.

Ihr Team vom Grundl Leadership Institut

Bildquelle: ©Pixabayrawpixel

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Über den Autor

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Die Redaktion der Grundl Leadership Institut schreibt über verschiedene Facetten von Führung wie Führungsverantwortung und systematische Menschenentwicklung. Das Redaktionsteam transferiert in den Beiträgen relevante Managementlehren in die Praxis und greift damit wirkungsvoll den Leading Simple©-Gedanken des Grundl Leadership Institut auf: Menschen fördern – mit System.

Der intensive Austausch mit Boris Grundl und den Trainern des Grundl Leadership Institut liefert kontinuierlich neue Impulse, einzelne Aspekte von Führung zu beleuchten und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen.

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