Schädliche Zeitreisen: Wie Sie Ihre mentale Präsenz trainieren – Teil 2

Dieser Eintrag ist Teil 2 von 2 der Blogreihe Schädliche Zeitreisen

In Teil 1 dieses Blogthemas haben Sie erfahren, wie Sie sich bewusst mit Ihrer mentalen Präsenz auseinandersetzen können. Der Vorteil, wenn es Ihnen gelingt, in Gesprächen präsenter zu sein: Ihre Kommunikation verbessert sich spürbar. Sie wird leichter, müheloser, klarer. Ich habe Ihnen vier Möglichkeiten vorgestellt, Ihre Präsenz zu trainieren, nämlich durch:

  • Achtsamkeit,
  • innere Abfrage,
  • Ablenkungen notieren und
  • Ansprechen

Während Sie Ihre eigene Präsenz mit diesen vier Bausteinen ganz direkt trainieren können, haben Sie auf die Präsenz Ihres Gesprächspartners nur begrenzt Einfluss. Dennoch gibt es einige Mittel, sie zumindest indirekt zu beeinflussen und das Kommunikationsergebnis so zu steuern. Damit Ihr Gegenüber im Gespräch präsenter ist – und nicht mit den Gedanken im Gestern oder Übermorgen – helfen Ihnen zum Beispiel folgende Methoden:

  1. Ansprechen
    Haben Sie das Gefühl, Ihr Gesprächspartner ist gedanklich nicht ganz präsent? Dann ist eine Möglichkeit, dass Sie Ihren Eindruck offen ansprechen. Es nützt Ihnen nichts, wenn Ihr Gegenüber nicht ganz bei der Sache ist. Geben Sie ihm dabei zu verstehen, dass das menschlich ist und Sie es nicht als mangelnde Wertschätzung auffassen. Fragen Sie Ihren Gesprächspartner, was er braucht, um sein anderes Thema für den Moment loszulassen.
  2. Zeit geben
    Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie Ihrem Gesprächspartner etwas Zeit geben, um sich zu sammeln. Legen Sie eine kleine Pause ein. Geben Sie ihm Gelegenheit, sich Notizen zum Thema zu machen, das ihn ablenkt. So kann er das gemeinsame Gespräch danach mit freiem Kopf fortsetzen. Und Ihr Gespräch wird fruchtbarer ausfallen.
  3. Musterunterbrechung
    Wenn Sie merken, dass die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers schwach ist: Tun Sie etwas Ungewöhnliches zum Einstieg in ein Gespräch. Etwas Erfrischendes, Unerwartetes. Der Überraschungseffekt wird wirken. Eine solche Musterunterbrechung setzt gewohnte (einschränkende) Denkprozesse außer Kraft und steigert die Aufmerksamkeit Ihres Gesprächspartners.
  4. Gesprächsstruktur
    Je nach Gesprächssetting kann es angemessen sein, mit einer klaren Struktur durch das Gespräch zu führen. Zum Beispiel mit folgenden Phasen: Erklärung zu Sinn und Zweck des Termins, Klärung des Zeitrahmens, Klärung von Ziel und Erwartungen, Einigung auf Agenda beziehungsweise Ablauf des Gesprächs, inhaltlicher Teil, Zusammenfassung des Erreichten, Formulierung konkreter nächster Schritte … Diese Etappen-Struktur erleichtert das Zuhören, Planen und auch wieder „Reinkommen“.

Reize zur Ablenkung gibt es viele. Wir checken E-Mails, während wir telefonieren, schreiben weiter, während ein Kollege uns etwas fragt oder grübeln im Meeting über andere offene Projekte. Wer immer wieder die Aufmerksamkeit für den Moment verliert, lebt weniger im Hier und Jetzt. Vielmehr im Gestern oder Morgen. Das führt zu Missverständnissen, vorschnellen Beurteilungen und misslungener Kommunikation.

Doch mentale Präsenz ist nur einer von vielen Faktoren, die über das Gelingen von Kommunikation und die emotionale Aufnahmebereitschaft von Gesprächspartnern entscheiden. Welche weiteren Faktoren eine Rolle spielen und welche konkreten Mittel Sie anwenden können, um erfolgreicher zu kommunizieren, habe wir ausführlich und mit vielen praktischen Übungen in unserem Buch „Kommunizieren heißt scheitern” beschrieben.

Ihr Atilla Vuran

Bildquelle: ©Pixabayrawpixel

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Über den Autor

Atilla Vuran
Atilla Vuran

Seit 2003 ist Atilla Vuran Geschäftsführer der Inhouse Akademie und setzt das Führungssystem Leading Simple© in Unternehmen um.

Was ihn dazu bewegte bei der Grundl Leadership Akademie zu beginnen, waren zunehmende Schwierigkeiten während seiner Zeit als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in der Schweiz. Damals begann Atilla Vuran, sich stärker mit dem Thema Menschen- und Unternehmensführung auseinanderzusetzen. Doch anstatt Führung zu vereinfachen, machte das Gelernte alles nur noch komplexer, und die nachhaltigen Führungserfolge blieben aus. Das änderte sich, als er im Jahr 2000 Boris Grundl kennenlernte.

Fasziniert wie dieser mit dem Thema Führung umgeht, begleitete er Boris Grundl fortan, lernte von ihm und hospitierte in Seminaren und Vorträgen. Schließlich sprang Atilla Vuran häufig als Vertretung ein, übernahm einzelne Themenblöcke und baute nach und nach die Inhouse Akademie mit auf, die er heute leitet.

Zudem entwickelte er zusammen mit Dr. Nina Harbers die interne Trainerausbildung.

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