Konzentriere dich auf deinen Einflussbereich!

Alle Zahlen belegen, dass unser Land wirtschaftlich sehr erfolgreich ist. Doch obwohl wir im permanenten Wandel immense Chancen haben, scheinen wir emotional auszubluten und mental kränker zu werden. Es ist erschreckend. Lassen Sie uns eine Erklärung versuchen.

Albert Bandura hat den wunderbaren Begriff der Selbstwirksamkeit geprägt. Seinen Forschungen zufolge, bedeutet sie die Überzeugung, selbst schwierige Situationen aus eigener Kraft meistern zu können. Ohne diesen zentralen Aspekt menschlicher Entwicklung  nehmen wir Herausforderungen oft gar nicht erst an. So hilfreich Selbstwirksamkeit beim Erkennen von Potenzialen hilft, so schwierig ist ihre praktische Beachtung und Entwicklung im Alltag.

Mein Glaube, in einer Situation etwas bewirken zu können, hat viel damit zu tun, ob ich mich mit Dingen beschäftige, die ich beeinflussen kann, oder ob ich mich dem zuwende, was mich zwar interessiert, aber außerhalb meines Einflusses liegt. Was ich beeinflussen kann, ist mein Einflussbereich. Was mich lediglich interessiert, ist mein Interessenbereich. Wenn der kürzeste Weg zu einem Termin eine Treppe ist, liegt sie für mich als Rollstuhlfahrer in meinem Interessenbereich. Doch gegen die Treppe bin ich allein machtlos. Die Suche nach einem anderen Weg oder nach Hilfe zur Überwindung der Stufen ist mein Einflussbereich. Schnell wird klar, wohin meine emotionale Kraft gehen sollte.

Damit gibt es zwei wichtige Ebenen der Entwicklung:

  1. Bei der Führung anderer muss ich Menschen dazu bringen, dass Sie auf sich selbst zurückgeworfen werden. Erst dann haben Sie die Chance, Ihre Selbstwirksamkeit auszubauen. Und ich muss Ihnen auch den tatsächlichen Einfluss gewähren. Bleibt der Einfluss bei der Führungskraft wird das Ganze zur Farce. So auf die Art: Verantwortung für Ergebnisse, ja. Den Einfluss darfür zu sorgen, nein. Das nährt die Selbstbestätigung der Führungskraft durch das Empfinden von Macht. Blockiert jedoch die Entwicklung der Mitarbeiter.
  2. In der Selbstführung muss mir klar werden, warum ich mich so viel mit dem Interessenbereich beschäftige.

Denn als Coach begegnen mir zu viele Menschen, die ein hohes Maß an emotionaler Energie in einen Interessenbereich investieren, der sich ihrem Einfluss entzieht. Ich frage mich, warum Menschen so viel Energie in den Interessenbereich pumpen, wenn das Ergebnis Frustration ist. Wenn ich mich lauthals im Rolli vor der Treppe beschwere, ernte ich sicher Zustimmung von anderen Beschwerdeliebhabern, mit denen sich bestimmt viele andere Gründe für die Ungerechtigkeit der Welt finden ließen. Meinem Ziel aber komme ich nicht näher und habe mental den Eindruck, mit dem Kopf permanent gegen eine Wand zu hauen.

Es hat eine Weile gedauert, bis mir klar wurde, was da los ist. Wenn ich mir meines wahren Einflussbereiches bewusst werde, passieren zwei Dinge: Erstens wird mir klar, wie viel Einfluss ich überhaupt habe. Das ist der erste Realitätsschock für die, deren Selbstbild viel größer ist als die Realität. So was soll doch tatsächlich vorkommen. Zweitens übernehme ich wesentlich mehr Verantwortung für meinen Einflussbereich und werde dadurch messbar und angreifbar. Das ist für manche der zweite Realitätsschock. Und wenn ich dieser Realität nicht stellen will, verrenne ich mich in Dinge, die ich nicht ändern kann, und beschwere mich.

Daraus folgt für mich:

Einen unreifen Charakter erkennt man an der Häufigkeit und Form seines Beschwerens. Mein eigener Erkenntnisweg nach meinem Unfall heraus aus der Sozialhilfe ist mir noch sehr präsent. Anzuerkennen, dass sich mein finanzieller Einflussbereich maximal um eine Jeans für 3,60 DM drehte, war extrem schmerzhaft. Doch heute darf ich ein leben in finanzieller Freiheit in Spanien und Deutschland leben. Und mir ist jeder geistige Wachstumsschritt dorthin noch sehr bewusst.

Deswegen bin ich überzeugt:

Wer sich auf das konzentriert was da ist, der kann daraus mehr machen. Und dann schaut man einfach wie weit man kommt. Wer sich aber emotional zu sehr im Interessenbereich verrennt, tritt auf der Stelle und wird immer frustrierter. Helfen Sie bitte anderen dabei, dieser zwar einfachen, aber tiefen Erkenntnis Konsequenzen folgen zu lassen. Das würde mich sehr freuen. Und am besten fangen Sie selbst sofort damit an. Immer wieder. Jeden Tag.

Über den Autor

Boris Grundl
Boris Grundl

Boris Grundl durchlief eine Blitzkarriere als Führungskraft und gehört als Führungsexperte und mitreißender Kongress-Redner zu Europas Trainerelite. Er ist Management-Trainer, Unternehmer, Autor sowie Inhaber des Grundl Leadership Institut.

Boris Grundl perfektionierte die Kunst, sich selbst und andere auf höchstem Niveau zu führen. Er ist ein gefragter Referent, Gastdozent an Universitäten und erforscht das Thema Verantwortung (www.verantwortungsindex.de). Seine Referenzen bestätigen seine Ausnahmestellung unter den Spitzen-Referenten. Keinem wird eine so hohe Authentizität und Tiefgründigkeit bescheinigt. Er redet Klartext, bleibt dabei stets humorvoll und bringt die Dinge präzise auf den Punkt. Boris Grundl ist als prominenter Experte gern gesehener Gast und Protagonist in Fernsehen und Radio (u.a. ARD, ZDF, WDR, MDR, 3sat, SWR, RBB, FFH). In Großvorträgen gibt er Schülern wegweisende Impulse für ein eigenverantwortliches Leben. Boris Grundl ist „der Entwickler“ (Harvard Business Manager). Starke Rede – tiefer Sinn.

Sein Grundl Leadership Institut befähigt Unternehmen, ihrer Führungsverantwortung gerecht zu werden. Aus der Praxis für die Praxis. Die Akademie macht mit der Menschenentwicklung dort weiter, wo die meisten Managementlehren aufhören. Menschen fördern – mit System.

Mehr Informationen unter www.grundl-institut.de.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie können folgende HTML-Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Wollen Sie schon gehen?

Werden Sie Teil unserer Online Community und profitieren Sie von exklusiven Vorteilen.

Los geht´s!