Woran Teams oftmals scheitern… und wie Sie das Scheitern vermeiden

Leiten Sie ein Team beziehungsweise eine Abteilung? Sind Sie beruflich oder privat Mitglied eines Teams? Dann lade ich Sie dazu ein, sich Ihre Mannschaft kurz vor Ihrem geistigen Auge vorzustellen und folgende drei Fragen für sich selbst in Gedanken zu beantworten:

Auf einer Skala von 1 bis 10 (1 = niedrig, 10 = hoch):

  • Wie würden Sie das Vertrauen innerhalb Ihres Teams einschätzen?
  • Wie hoch ist die Fähigkeit der Team-Mitglieder, in eine konstruktive Auseinandersetzung zu gehen?
  • Wie würden Sie das Engagement des Teams einschätzen?

Wie fällt Ihre spontane Einschätzung aus? Eher hoch oder niedrig? Welche drei Hindernisse in Teams immer wieder auftreten und woran Sie erkennen, dass es wirkungsvoll zusammenarbeitet, erfahren Sie im heutigen Blogbeitrag.

Team-Fehlfunktion Nummer 1: Fehlendes Vertrauen

Vertrauen ist die Basis jeder Teamarbeit. In diesem Zusammenhang bedeutet es, dass die Absichten der Teamkollegen gut sind und kein Grund zur Vorsicht und Zurückhaltung besteht. Vertrauen entsteht, wenn sich die Mitglieder eines Teams einander öffnen und ihre Schwächen, Fehler, fachlichen Mängel und persönlichen Probleme offenbaren können. Wohlfühlen werden Personen sich nur dann, wenn sie sich absolut sicher sein können, dass diese Offenheit nicht missbraucht wird.

Wie sieht es in Teams oftmals in der Praxis aus? Wenn wenig vertraut wird, werden ungeheure Mengen an Zeit und Energie vergeudet. Tendenziell werden Teambesprechungen gefürchtet. Es fällt schwer, andere um Hilfe zu bitten oder anderen die eigene Unterstützung anzubieten. Das Ergebnis: Ohne Vertrauen ist die Arbeitsmoral in Teams eher gering, die Fluktuation dagegen hoch.

Woran Sie vertrauensvolle Teams erkennen:

Mitglieder …

  • geben offen Schwächen und Fehler zu.
  • bitten um Hilfe.
  • schätzen die Fähigkeiten und Erfahrung der anderen.
  • konzentrieren sich auf die wichtigen Dinge statt auf das Taktieren.
  • freuen sich auf Meetings oder andere Gelegenheiten, um als Gruppe zusammenzuarbeiten.

Team-Fehlfunktion Nummer 2: Scheu vor Konflikten

Jede Beziehung braucht einen konstruktiven Austausch, wenn sie nachhaltig wachsen und gedeihen soll. Das gilt für Ehen, Eltern-Kind-Beziehungen, Freundschaften und auch für sämtliche Teams. In der Praxis werden Auseinandersetzungen oftmals gescheut. Warum ist das so? Viele Menschen assoziieren mit dem Wort Auseinandersetzung eher einen destruktiven Streit als einen konstruktiven, respektvollen Austausch auf Augenhöhe. Sie haben vielmehr verlernt oder nie gelernt, wie bei einer kaputten Maschine vorzugehen ist. Ist diese fehlerhaft, wird sie solange auseinandergebaut, bis der Fehler gefunden ist. Anschließend wird das Teil getauscht und die Maschine wieder zusammengesetzt. Aus vielen Einzelteilen wird wieder ein funktionstüchtiges Gesamtkonstrukt.

Wie machen es Menschen häufig? Sie nehmen andere Menschen auseinander – vergessen jedoch, den Gegenüber nach der Auseinandersetzung wieder zusammenzubauen. Sie zerlegen metaphorisch gesprochen den Mitmenschen in seine Einzelteile. Oftmals wird sich dann darüber echauffiert, dass der „Motor Mensch“ nicht mehr in Takt ist. Er stottert, holpert und funktioniert nicht mehr.

Welchen Nutzen hat es, innerhalb eines Teams Konflikte anzusprechen?

Stellen Sie sich dafür mal einen schwülen Sommertag vor. Die Hitze drückt, es ist nahezu unerträglich. Plötzlich zucken am Himmel Blitze. Es donnert, stürmt und Platzregen peitscht über das Land. Wie ist die Luft generell, nachdem das Gewitter vorbei ist? Richtig: Die Luft ist klarer und es hat sich abgekühlt. Der Volksmund spricht von einem „bereinigenden Gewitter“. So verhält es sich auch mit Auseinandersetzungen in Teams. Sobald sich respektvoll und auf Augenhöhe die Meinung gesagt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wieder Harmonie einkehrt. Ein bereinigendes Gewitter sorgt für eine neue Ebene der Harmonie. Klarheit ist die Folge. Die Team-Mitglieder wissen, woran sie sind.

Woran Sie Teams erkennen, die Konflikte austragen:

Mitglieder …

  • haben lebhafte und interessante Meetings.
  • berücksichtigen die Ideen aller Team-Mitglieder.
  • minimieren das Taktieren.
  • thematisieren kritische Probleme.
  • setzen sich auf Augenhöhe und respektvoll miteinander auseinander.

Team-Fehlfunktion Nummer 3: Fehlendes Engagement

Im Kontext eines Teams besteht Engagement aus zwei Teilen: Klarheit und Zustimmung. Gute Teams treffen klare und schnelle Entscheidungen und setzen diese unter vollständiger Zustimmung aller Team-Mitglieder um. Die Entscheidung tragen auch die Mitglieder, die zuerst dagegen gestimmt haben. Mitglieder gehen erst dann auseinander, wenn niemand im Team heimlich zweifelt, ob er die beschlossenen Maßnahmen mittragen kann.

Nicht jeder, der mit an einem Strang zieht, zieht in die gleiche Richtung.“

Oliver Tietze (*1965), deutscher Aphoristiker

In einem funktionierenden Team ist es daher nicht notwendig, dass vollständiger Konsens besteht. Auch ist es nicht sinnvoll, eine Entscheidung hinauszuzögern, bis 100-prozentige Sicherheit gegeben ist. Sollte sich ein Ansatz als falsch herausstellen, lernt das Team daraus und schlägt ohne Reue einen neuen Weg ein. Das Bedürfnis nach Konsens und Gewissheit hingegen lähmt ein Team eher und blockiert Entscheidungsprozesse. Prioritäten bleiben unklar und Chancen verstreichen, Besserwisserei wird begünstigt.

Woran erkennen Sie Teams, die sich engagieren:

Die Mitglieder …

  • sorgen für Klarheit der Richtung und Prioritäten.
  • sorgen dafür, dass das gesamte Team hinter den gemeinsamen Zielen steht.
  • nehmen Richtungswechsel ohne Zögern und Schuldgefühle vor.
  • entwickeln die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen.

In unseren Führungskräfteseminaren unterstützen wir Ihr Team dabei, Fehlfunktionen zu erkennen und diese Schritt für Schritt nachhaltig aufzulösen. Besuchen Sie unsere Homepage.

Einen scharfen Blick beim Erkennen von Fehlfunktionen in Ihrem Team wünscht Ihnen,

Arian Steinkopf

Bildquelle: ©Pixabay

 

Über den Autor

Arian Steinkopf
Arian Steinkopf

Arian Steinkopf schloss seinen Master in Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding ab. In diesem Zusammenhang schrieb er seine wissenschaftliche Abschlussarbeit über das Führungssystem Leading Simple. Seit 2015 ist Arian Steinkopf Trainer beim Grundl Leadership Institut.

Sein Interesse an Führung entstand bereits während seines ersten dualen Studiums im Bereich Hotelmanagement und seiner Tätigkeit in der Spitzenhotellerie am Tegernsee. Schnell war ihm klar, dass die Fähigkeit, Kollegen oder Kunden zu führen, viel bedeutsamer ist, als er anfänglich erwartet hatte. In dem „Menschen-Business“ Hotellerie war er häufig mit Herausforderungen konfrontiert, sodass er sich immer wieder fragte, wie Kollegen nachhaltig zu führen sind. Auch privat kam er wiederholt an Grenzen, sich selbst wirkungsvoll zu führen.

Auf der Suche nach Antworten stieß er auf das Buch Leading Simple und die Seminare des Grundl Leadership Institut. Das hat seine Leidenschaft für das Führungssystem und die Akademie entzündet. Seitdem durchläuft er seinen ganz persönlichen Transformationsprozess und profitiert von einem erhöhten Bewusstsein zum Thema Führung und verbesserten Ergebnissen. Sein Ziel ist es nun, auch andere Menschen auf diesem Weg zu begleiten.

Arian Steinkopf ist überzeugt: Wer andere führt, sollte zuerst lernen, sich selbst besser zu führen.

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