Selbstführung: Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Promotion

Sich selbst führen: Das lernen wir in der Regel weder in der Schule noch im Studium, sondern erst als junge Nachwuchsführungskräfte in Führungskräftetrainings. Dabei wäre das Wissen für jeden bereits im Studium extrem wertvoll. Warum es also nicht schon vor dem Studienabschluss vermitteln?

Aus dieser Frage ist ein spannender Dialog mit Prof. Gunnar Seide der Maastricht University entstanden, der sich über einige Jahre erstreckte und schließlich zur Veröffentlichung unseres gemeinsamen Buchs „Promovieren heißt scheitern” geführt hat.

Wie bei fast keiner anderen akademischen Herausforderung entscheidet die Fähigkeit zur Selbstführung und Selbstverantwortung über den Erfolg eines Promotionsvorhabens. Durch den Bachelor- und Masterstudiengang lotsen noch Anwesenheitspflicht und kleinteilige Leistungsüberprüfungen bis zum Studienabschluss. Und Kommilitonen helfen über manches Motivationstief hinweg. Während der Promotion dagegen ist man weitgehend auf sich allein gestellt.

Türöffner für Promotionserfolg und Karriere

Wie das konkrete Ziel der Dissertation aussieht, welche Meilensteine zu erreichen sind – das alles darf und muss der Promovierende selbst entscheiden. In dieser Freiheit liegt der Reiz, aber auch einer der größten Stolpersteine jeder Doktorarbeit:

Wer erfolgreich promovieren will, muss sich selbst führen können.

Zwar bieten einige Universitäten Zeitmanagement- und Selbstorganisationskurse an, doch flächendeckend institutionalisiert ist Selbstführung als Kompetenz an Hochschulen nicht. Dabei gehörte sie ursprünglich zum Kern des akademischen Lebens. Sie wieder in den Blick zu nehmen, würde nicht nur Promovierenden, sondern allen Studierenden zugutekommen: Selbstführung ist eine Grundvoraussetzung, um später erfolgreich als Führungskraft arbeiten zu können. Und genau das strebt ein Großteil der Absolventen für das spätere Berufsleben ja an.

Handbuch für die mentalen Herausforderungen einer Promotion

Mit meinem Buch „Promovieren heißt scheitern” will ich Promovierenden ein Arbeitsbuch an die Hand geben, das sie sicher durch die Herausforderungen eines Dissertationsvorhabens navigiert. Die Promotion bietet mit zahlreichen Anforderungen ein ideales Übungsfeld für die Selbstführung. Die vorgestellten Prinzipien sind jedoch auf jeden Arbeitskontext übertragbar:

  • Welche Rolle spielt der Selbstwert für den Erfolg einer Dissertation?
  • Wie gehe ich mit Ängsten und (Forschungs-)Krisen um?
  • Wie treffe ich gute Entscheidungen während des Promotionsvorhabens?
  • Warum machen Vorbilder das Promovieren leichter?
  • Welche Tücken in der Wahrnehmung sollte ich berücksichtigen und wie gehe ich mit Unsicherheiten um?
  • Wie manage ich Stress und finde effektiv Lösungen?
  • Wie kann ich meinen Doktorvater führen?

Dies sind Fragen, die im Buch behandelt werden. Alle Kapitel setzen sich dabei aus Theorie- und Praxisabschnitten zusammen. Zunächst erläutere ich anhand eines konkreten Beispiels, welche Relevanz dem Thema des Kapitels im Promotionsvorhaben zukommt. Anschließend sehen wir uns die psychologischen Wirkzusammenhänge genauer an. Denn erst ein klares Verständnis ermöglicht nachhaltige Denk- und Verhaltensänderungen. Und darum geht es: Das eigene Denken und Handeln so zu verändern, dass die Promotion gelingt. Reflexionsfragen und Anwendungsübungen unterstützen den Leser dabei, das Gelernte direkt umzusetzen.

Wenn Promovierende ihren Doktorvater führen

Selbstführung legt den Grundstein für eine erfolgreiche Promotion. Doch wie viel von den Interessen des Promovierenden, seinen Ideen und Plänen letztlich in das Forschungsvorhaben einfließen, entscheidet seine Fähigkeit, den Doktorvater zu führen. Verkehrte Welt?

Ihr Doktorvater mag eine Koryphäe auf seinem Gebiet sein. Das heißt aber nicht, dass Sie alle seine Vorschläge und Wünsche ohne Diskussion akzeptieren müssen. Im Buch lernen Sie, so zu kommunizieren, dass Sie transparent und überzeugend sind. Das erfordert eine genaue Wahrnehmung, etwas Übung und die Bereitschaft, Fragen zu stellen. Im besten Fall erzielen Sie so ein Forschungsergebnis, mit dem beide Seiten zufriedener sind, als das der Fall gewesen wäre, hätten Sie ängstlich alle Vorschläge Ihres Doktorvaters „abgenickt“.

Mein Buch wird Sie nicht vor allen Fehlern schützen. Sie werden bis zum Abschluss Ihrer Promotion viele Male scheitern. Das ist Teil des Prozesses. Wichtig ist nur, dass Sie dem Scheitern nicht das letzte Wort überlassen. Mit „Promovieren heißt scheitern” stelle ich Ihnen einen Begleiter an die Seite, der Ihnen zeigt, wie Sie trotz aller Hürden erfolgreich zum Ziel kommen und ganz nebenbei eine der wichtigsten Kompetenzen für Führungskräfte ausbilden: Selbstführung und Selbstverantwortung.

Das Buch ist ab sofort hier erhältlich. Weitere Infos finden Sie unter www.promovieren-heisst-scheitern.de

Managementvordenker Peter Drucker brachte es auf den Punkt:

„Nur wenige Führungskräfte sehen ein, dass sie letztlich nur eine einzige Person führen können und auch müssen. Diese Person sind sie selbst.”

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Umsetzen.

Ihr Atilla Vuran

Über den Autor

Atilla Vuran
Atilla Vuran

Seit 2003 ist Atilla Vuran Geschäftsführer der Inhouse Akademie und setzt das Führungssystem Leading Simple© in Unternehmen um.

Was ihn dazu bewegte bei der Grundl Leadership Akademie zu beginnen, waren zunehmende Schwierigkeiten während seiner Zeit als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in der Schweiz. Damals begann Atilla Vuran, sich stärker mit dem Thema Menschen- und Unternehmensführung auseinanderzusetzen. Doch anstatt Führung zu vereinfachen, machte das Gelernte alles nur noch komplexer, und die nachhaltigen Führungserfolge blieben aus. Das änderte sich, als er im Jahr 2000 Boris Grundl kennenlernte.

Fasziniert wie dieser mit dem Thema Führung umgeht, begleitete er Boris Grundl fortan, lernte von ihm und hospitierte in Seminaren und Vorträgen. Schließlich sprang Atilla Vuran häufig als Vertretung ein, übernahm einzelne Themenblöcke und baute nach und nach die Inhouse Akademie mit auf, die er heute leitet.

Zudem entwickelte er zusammen mit Dr. Nina Harbers die interne Trainerausbildung.

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