Kommunizieren heißt scheitern

Warum die emotionale Aufnahmebereitschaft genauso wichtig ist wie der Inhalt

Wer von Ihnen kann sich noch an das Kasperltheater aus der Kindheit erinnern? So unterschiedlich und vielfältig die Theaterstücke waren, der Start war fast immer gleich:

Kinder, seid ihr alle da? Jaaaaa!!

Was lässt sich daraus für Führung und Kommunikation ableiten?

  1. Schritt: Aufnahmebereitschaft herstellen
  2. Schritt: der Inhalt (das Theaterstück)

Wir erleben im (Business-)Alltag in der Rolle als Führungskräftetrainer bei unseren Kunden leider oft genau das Gegenteil:

  • Meetings werden abgehalten, während die Hälfte der Meetingteilnehmer mit dem Handy oder Laptop beschäftigt ist (und nicht mit dem Vortragenden beziehungsweise dem eigentlichen Meeting-Thema).
  • In seinem Vortrag zur aktuellen Geschäftslage informiert der Geschäftsführer alle Mitarbeiter und schmückt sich und sein Umfeld mit Lorbeeren. Er bemerkt aber leider nicht, dass dies die Mitarbeiter (so gut wie gar) nicht interessiert.
  • Der Vertriebsaußendienst informiert den potenziellen (neuen) Kunden im Erstgespräch lange mit der Präsentation des eigenen Unternehmens – was den Kunden jedoch nicht interessiert.

Die Beispiele haben eine Gemeinsamkeit: die nicht vorhandene emotionale Aufnahmebereitschaft.  Die meisten Menschen sind in der Kommunikation sofort mit dem Inhalt, also dem WAS beziehungsweise dem Thema, beschäftigt. Sie kümmern sich aber zu wenig um den emotionalen Zugang zum Gegenüber. Es zeigt sich deutlich, dass dieses Thema im Führungs- und Kommunikationsalltag bisher generell noch zu wenig berücksichtigt ist.

Die emotionale Aufnahmebereitschaft ist mindestens genauso wichtig wie der Inhalt

Darf ich Ihnen ein Geheimnis verraten, was unsere Trainer anders machen als andere Trainer? Raten Sie mal. Wir beginnen erst dann mit dem Inhalt (also der Schulung unserer Führungsthemen), wenn der emotionale Zugang, also die emotionale Aufnahmebereitschaft, allumfassend hergestellt ist. Und das mit aller Konsequenz.

  1. Schritt: emotionale Aufnahmebereitschaft herstellen
  2. Schritt: Inhalt (in unserem Fall – Leading Simple)

Wir interpretieren unsere Rolle als Führungskräfteexperte also in erster Linie als Zugangsarchitekt (um die Zugangsbrücke zur emotionale Aufnahmebereitschaft herzustellen). Im Grunde sind wir Trainer in Seminaren, Workshops und im Coaching andauernd auf den beiden Ebenen (Aufnahmebereitschaft und Inhalt) aktiv und sorgen dafür, dass beide Level möglichst hochgehalten werden. Dies ist vergleichbar mit einem Zwei-Komponenten-Kleber: Dieser entfaltet seine vollständige Klebewirkung auch nur, wenn beide Komponenten zusammengerührt werden und im idealen Verhältnis stehen. Übertragen auf die emotionale Aufnahmebereitschaft bedeutet das: Sowohl emotionale Aufnahmebereitschaft als auch Inhalt sollten jeweils in möglichst hoher Ausprägung vorhanden sein.

Wie machen Sie das? Wie setzen Sie das um?

Mit den folgenden vier Schritten werden Sie die emotionale Aufnahmebereitschaft im Führungsalltag deutlich erhöhen:

  1. Einsatz von Metaphern (bildhafte Sprache):

Verwenden Sie in der Kommunikation viele Bilder und Metaphern. Wir empfehlen Ihnen bei jedem neuen Thema, das Sie vorstellen, mindestens fünf Metaphern vorzubereiten und situativ zu verwenden. Bilder sind viel leichter zu verstehen als komplexe Formulierungen.

  1. Einsatz von (realen) Geschichten:

Verwenden Sie in der Kommunikation möglichst viele reale Geschichten. Beim geschickten Einsatz dieser Geschichten werden Sie relativ schnell eine noch höhere emotionale Aufnahmebereitschaft herstellen können.

  1. Fragen stellen:

Erhöhen Sie den Fragenanteil in der Kommunikation. Stellen Sie bewusst viele Fragen.

  1. Das Buch „Kommunizieren heißt scheitern“ lesen:

Das erste Buch im deutschsprachigen Raum, das sich fundiert mit emotionaler Aufnahmebereitschaft und Berechtigung auseinandergesetzt hat. Das Buch bekommen Sie hier: www.kommunizieren-heisst-scheitern.de 

Erfolgreich kommunizieren im digitalen Zeitalter

Nutzen von emotionaler Aufnahmebereitschaft – Was haben Sie davon?

  • Einfachere und schnellere Kommunikation im Business und Alltag
  • Bessere Ergebnisse in Führung und Verkauf
  • Deutlich weniger Konflikte/Missverständnisse
  • Höhere Produktivität (in Meetings/Workshops etc.)
  • Identifikation und Commitment von Mitarbeitern, Kunden etc.
  • Noch bessere Kundenbeziehungen
  • Mehr Spaß und Freude

Noch ein Beispiel anhand einer realen Geschichte:

Ich hatte Mitte 2017 ein Seminar bei einem neuen Kunden in Düsseldorf. Als ich die Teilnehmer zum Seminar begrüßte, ist mir sofort deren aus meinem Blickwinkel „ungünstige“ Haltung zum Seminar aufgefallen. Gezeigt hatte sich diese an enormer Gereiztheit, detaillierten destruktiven Testfragen und einer verschlossenen Körperhaltung. Hätte ich in diesem Moment sofort mit dem Inhalt begonnen, wäre das Seminar völlig an die Wand gefahren (was mir die Teilnehmer zum Seminarabschluss zwei Tage später auch bestätigten). In der Rolle als Zugangsarchitekt und Brückenbauer zur emotionalen Aufnahmebereitschaft habe ich die „ungünstigen“ Haltung thematisiert. Ich wollte verstehen, was der Ursprung ist und warum die Seminarteilnehmer diese geschlossen vertraten.

In der Diskussion stellte sich heraus, dass ein Mitglied der Geschäftsführung die Teilnehmer mit folgenden Worten zum Seminar geschickt hatte: „Ihr braucht dieses Führungsseminar ganz dringend. So wie Ihr bisher Mitarbeiter führt und entwickelt, ist das katastrophal. Ich brauche das Seminar nicht, da ich das alles schon perfekt umsetze.“ Nachdem der Ursprung dieser Haltung von mir als Trainer angesprochen, verstanden und gewürdigt wurde, hat sich der Widerstand quasi aufgelöst und wir konnten relativ schnell mit Leading Simple loslegen.

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion mit Ihnen.

Ihr Johannes Rascher

Bildquelle: ©Pixabay

Über den Autor

Johannes Rascher
Johannes Rascher

Seit 2012 ist Johannes Rascher Senior Trainer der Grundl Leadership Akademie.

Auf seinem Lebensweg erlebte er bis dahin einige kleinere, aber auch sehr große Krisen. Damals fand er keine Antwort darauf. Er wusste nur: Entweder leiden oder wachsen. Die Entscheidung fiel schnell: Er wollte wachsen.

Bei der Suche nach effizienter, persönlicher Weiterentwicklung stieß Johannes Rascher auf Boris Grundl und die Grundl Leadership Akademie. Begeistert von dessen Konzepten und Ansätzen begann er, an sich zu arbeiten und entwickelte sich weiter. Die Antworten, die er fand, motivierten ihn dazu, sich immer besser selbst zu führen. Das bewirkte schließlich auch den Wunsch als Trainer und Führungsexperte eine solche Transformation bei anderen Menschen auszulösen.

Johannes Raschers Leitsatz: Starke Menschen, starke Führungskräfte, starke Ergebnisse!

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